KONSUMENT.AT - Verpackungen von Tierfutter - Stellungnahmen der Anbieter

Verpackungen von Tierfutter

Blick ins Leere bei Leckerlis

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KONSUMENT 7/2020 veröffentlicht: 25.06.2020

Inhalt

Stellungnahmen der Anbieter

Wir haben alle Anbieter der Produkte, die wir untersucht hatten, um Stellungnahme gebeten. Als Hauptargumente für die Verpackungsgrößen wurden technische und logistische Gründe, eine längere Haltbarkeit sowie qualitative Vorteile genannt.


BRIANTOS

"Wir gehen davon aus, dass keine Mogelpackung vorliegt. Der konkrete, tatsächliche Inhalt der Verpackung wird sowohl auf dem Produkt selbst korrekt angegeben als auch im Shop unserer Muttergesellschaft (zooplus AG). Da die Produkte lediglich online erhältlich sind, kann der Kunde nur durch die Angaben im Shop eine Kaufentscheidung treffen. Dabei wird ausdrücklich auf die Quantität des Inhalts verwiesen, der Kunde wird somit nicht getäuscht. Außerdem befindet sich auf der Verpackung einen Sichtfenster, mit dem der Inhalt überprüft bzw. gesichtet werden kann.

Die Verpackung ist recyclingfähig gestaltet. Die einzelnen Papier- und Kunststoffbestandteilen können sauber voneinander getrennt werden, so dass das Recyceln der einzelnen Materialien gewährleistet wird.

Ihre Hinweise zu Mogelpackung und Umweltbelastung nehmen wir uns sehr zu Herzen und sind daher bereits in Abstimmung mit dem Hersteller, um eine alternative umweltfreundlichere Verpackungsmöglichkeit zu finden. Wir werden daher folgende Anpassungen vornehmen:

  • Um den hohen Luftraum zu reduzieren, wird die Grammatur des Bechers von 100 g auf 150 g erhöht.
  • Zusätzlich wird der Snack auch im passenden Nachfüllbeutel angeboten, so dass die Kunden den wiederverschließbaren Becher nicht entsorgen müssen. Stattdessen kann dieser künftig mehrfach genutzt werden."

- Isabella Lindenthal (Head of Legal Business Affairs) & Gloria Falco (Legal Counsel)


HUSSE

"Da Husse ein weltweit agierendes Franchiseunternehmen ist, haben wir in Österreich keinen Einfluss auf Verpackungen. Untenstehend die Stellungnahme der Konzernzentrale."
-Ing. Werner Binder, Husse Österreich
 
"The size of the packaging of KEX L 400 Gram is chosen with multiple factors in mind, the size needs to accommodate the fact that we have a “window” on the front which allows the client to see the actual product and this size enables big and stable size of boxes and pallets with as few damages as possible. With the window and weight clearly visible on the front of the packaging, we do not understand this remark and we have also never heard similar concerns, but will look into this inpit for future product developments. We would also like to highlight that we have infact made the boxes smaller (many years ago) because those boxes used to break etc. and now we have very few such complaints."

MARS (Pedigree)

"Keineswegs wollen wir unsere Käufer irritieren. Die auf der Verpackung angegebene Produktmenge ist auf jeden Fall im Karton enthalten. Durch die Sperrigkeit des Produktes ist eine größere Verpackungseinheit erforderlich, da die Biscuitknochen erst nach einer gewissen Zeit nach unten rutschen. Bei vorab durchgeführten Tests haben wir festgestellt, dass der Inhalt bei einer kleineren Verpackung zerbricht. Prozesstechnisch bedingt ist dieser Luftraum leider nicht zu vermeiden."

- Karin Zandt, Mars Austria OG


ZOOLOVE

Zoolove gehört wie Briantos zur Muttergesellschaft zooplus AG, weshalb die Stellungnahme in weiten Teilen ident mit obiger von Briantos ist. Zusätzlich steht darin: 

"Laut unserem Hersteller ist die Ausgestaltung der Verpackung auf sowohl technologische als auch qualitative Gründe zurückzuführen. Nach Angaben des Hersteller variiert zum einem das Volumen der natürlichen Bestandteile. Zum anderen muss eine saubere Siegelnaht im Verpackungsprozess sichergestellt werden, damit die gewünschte Produktqualität bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum erhalten werden kann. Darum wurde seitens unserer Hersteller ein Sicherheitspuffer eingebaut.

Ihre Hinweise zu Mogelpackung und Umweltbelastung nehmen wir uns sehr zu Herzen und werden uns in diesem Zusammenhang mit unserem Hersteller absprechen, inwieweit eine Reduzierung des Luftraumes ohne Beeinträchtigung der Qualität der Produkte möglich ist und falls dies machbar, die Anpassungen bei dem Relaunch des Produktes berücksichtigen."

- Isabella Lindenthal (Head of Legal Business Affairs) & Gloria Falco (Legal Counsel)

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Kommentare

  • Strengere Regulierungen nötig
    von Mnemosyne am 30.06.2020 um 13:34
    Teils sind die Argumente ja noch nachvollziehbar. Es ist durchaus denkbar, dass sich der Packungsinhalt in der automatisierten Herstellung tatsächlich erst setzen muss. Das könnte allerdings auch gut durch einen Rüttler auf dem Fließband bewerkstelligt werden. Ob hier faule Ausreden vorliegen, steht zur Frage.

    Auf jeden Fall sprechen die geringe Füllmenge bei verschwenderisch großem Packungsdesign, wie hier anhand der beiden ersten Bilder im Artikel, eine deutliche Sprache.

    Der Trend zeichnet sich seit Jahren ab und zieht sich durch alle Produkte, nicht nur Lebensmittel.

    Österreich hinkt im internationalen Vergleich beim Klima- und Umweltschutz massiv nach. Das ist für ein derart reiches Land nur schändlich. Wenn wir die Umweltverschmutzung und Müllmengen reduzieren wollen, dann muss die Industrie in die Pflicht genommen werden.

    Gerne wird von allen Seiten der Verbraucher als Schuldige und zum vorbildhaften Verhalten Verpflichtete dargestellt. Zum Teil mit irreführenden Werbebotschaften ("Werde 100% Recyclingheld" - Römerquelle aktuell), die keinerlei Wahrheitsgehalt besitzen und realitätsfremde Formulierungen nutzen.

    In Wahrheit ist die INDUSTRIE der erste und ursprüngliche Verschmutzer, indem verschwenderisch große Verpackungen, doppelte Verpackungen ("Celebrations" von Mars z.B.) und andere Strategien weiterhin verfolgt werden, unter anderem, um mehr Inhalt vorzutäuschen.

    Solange die Politik hier tatenlos zusieht, wird sich an diesem Trend rein gar nichts ändern.