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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 26.11.2015

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Zweifel an Unabhängigkeit

Wir waren im August bei einem sehr renommierten Optiker eine Brille kaufen, dann allerdings so unzufrieden mit der Leistung, insbesondere den Mitarbeitern, dass wir gerne Kritik abgeben wollten. So gab mein Lebenspartner kurz später im Bewertungsportal „Yelp“ seine, wohlgemerkt sachliche, Kritik ab.

Bewertung als "nicht empfohlen" eingestuft

Nach kurzer Zeit war seine Bewertung nur mehr unter „nicht empfohlene Beiträge“ zu finden und hatte somit keinen Einfluss mehr auf die Gesamtwertung des Optikergeschäfts. Auf Nachfrage bei Yelp wurden wir damit vertröstet, dass doch die Möglichkeit bestehe, dass die Bewertung irgendwann mal wieder unter „empfohlene Beiträge“ zu finden sei. Unter diesen empfohlenen Beiträgen standen zu der Zeit uralte Kritiken aus dem Jahre 2012, die natürlich durchwegs höchst positiv waren.

Ich gab daraufhin erneut Kritik ab, diesmal unter meinem Namen. Wie erwartet rutschte meine Bewertung innerhalb kürzester Zeit ebenso unter die nicht empfohlenen Beiträge. Auf meine konkrete Nachfrage, warum eine sachliche, höflich verfasste Kritik, die noch dazu auf dem aktuellsten Stand ist, derart benachteiligt wird, erhielt ich haargenau dasselbe Mail von Yelp, wie mein Lebenspartner zuvor: es sei ja möglich, dass mein Beitrag noch in die empfehlenswerten rutscht.

Bewertung gelöscht und der Falschaussage bezichtigt

Die pure Frechheit, doch scheinbar nicht das einzige Problem bei Bewertungsportalen. Denn als mein Lebenspartner sachliche, aber sehr negative Kritik in „Tripadvisor“ abgab, wurde diese Kritik umgehend gelöscht und er sogar der Falschaussage (!) bezichtigt. Nur zur Anmerkung, mein Partner und seine Tochter hatten sich eine Fischvergiftung nach einem Restaurantbesuch in Kroatien zugezogen und seine Tochter erhielt unter anderem vier Infusionen bei einem Klinikaufenthalt, damit sie überhaupt erst den Rückflug antreten konnte. Von wegen Falschaussage.

Ich stelle also die Unabhängigkeit von diversen Bewertungsportalen ernsthaft in Frage und werde zukünftig keine Bewertungen mehr tätigen, denn scheinbar ist sachliche Kritik für viele nicht annehmbar.

Katrin F.
Wien

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