Bausparen, China-Importe, VW

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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 26.11.2015

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Aus Sicht einer Werkstatt

Ich betreibe seit nunmehr etwa 17 Jahren eine kleine mechanische Werkstatt. Unser größter Aufgabenbereich ist dabei die Reparatur von Maschinen und motorbetriebenen Geräten, im speziellen auch für 4 Märkte einer großen Baumarktkette. Schon seit einigen Jahren müssen wir immer mehr feststellen, dass es durch den stark angestiegenen Import aus China in fast allen Bereichen zu einem unglaublichen „Betrug“ an den Konsumenten kommt.

Konnte man in früheren Jahren davon ausgehen, dass ein neu gekauftes Gerät eine gewisse Grundqualität aufweist, so liegt das inzwischen völlig anders, ohne dass es der Konsument gleich merkt. Schon bei der ersten richtigen Inbetriebnahme oder sehr bald danach stellt sich heraus, dass die Geräte oft in einem unglaublich minderwertigen Zustand sind.

Lebensdauer von Produkten

Wir in der Werkstatt kennen inzwischen die vielfältigen Marken und Ausführungen zur Genüge, ebenso deren Mängel. Weil wir ja tagtäglich direkt damit konfrontiert sind. Es ist erschreckend, dass bei Neugeräten schon Mängel festgestellt werden, die bei Markengeräten von früher oft erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten (!) auftraten. Was in den letzten Jahren an Ramsch bzw. minderwertigen Produkten nach Europa geliefert wird, spottet jeder Beschreibung. Die Liste dieser Produkte – letztlich aus allen Lebensbereichen – ist unendlich lang.

Große Verlockung für Billigprodukte

Leider ist die Verlockung für Billigprodukte sehr groß, denn viele meinen „Für mich reicht‘s schon!“, statt ein wenig mehr für ein Markengerät zu bezahlen. Abgesehen davon, dass sich die Konsumenten ohnehin nur Ärger und viel Rennereien einhandeln, weil die Produkte in keiner Weise eine nachhaltige Qualität – wenn überhaupt eine – aufweisen, bewirken die Billigimporte ein nachhaltiges Schrumpfen der europäischen Wertschöpfung und die damit verbundenen kontinuierlich wegbrechenden Arbeitsplätze.

"Made in PRC"

Es ist ein schleichender Prozess mit unglaublichen Folgen für Europa. Umgekehrt bekommt man auf den Märkten immer weniger echte Qualität zu kaufen, denn in vielen Bereichen gibt es nur mehr China-Importe, aber keine Qualitätsware etwa aus europäischer Produktion. Viele „Markenprodukte“, denen man bislang Qualität attestiert hatte, springen auf diesen Zug auf und erweitern ihr Portfolio mit Importware „Made in P.R.C.“.

Leider wissen die meisten Konsumenten nicht, was sich hinter diesem Kürzel verbirgt; oder man hat ohnehin keine Wahl und ist gezwungen, diese Waren zu kaufen, weil es eben keine Alternative gibt.

Hermann E.
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