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Das Schnitzel ist unbesiegbar - Zweikampf mit dem arroganten Kellner

Es hat eine Zeit gegeben, in der es Anlass zur Sorge gab, das typisch österreichische Wirtshaus würde vom typisch österreichischen China-Restaurant verdrängt. - "Kunde König“, ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck 
Alois Grasböck

Doch bei aller Liebe zu Ente süßsauer hat sich dieser Trend wieder eingebremst, die Gasthäuser haben überlebt, und das Schnitzel ist sowieso unbesiegbar.

Schnitzel zum Kulturerbe erheben

Man sollte das Schnitzel zum kulinarischen Kulturerbe erheben, sofern es nicht aus der Fritteuse kommt. Das gute alte Gasthaus lebt nach wie vor, wie unsere Preiserhebung Gasthauspreise in Österreich gezeigt hat, es darf aber auch leise Wehmut aufkommen. Offenbar kommt der unwillige bzw. unfähige Kellner kaum mehr vor. Auch der grantige Wirt, der es nicht schätzt, wenn die traute Zweisamkeit mit seinem Hauswein von Gästen gestört wird, scheint so gut wie ausgestorben zu sein.

Die Legende vom unfreundlichen Personal

So erfreulich das ist, verstößt es doch gegen die Neigung zum Sudern, die fixer Bestandteil so mancher österreichischen Seele ist. Immerhin hat sich die Legende vom unfreundlichen Personal lange gehalten – und das soll jetzt alles vorbei sein? Ein halbwegs gutes Schnitzel bei einer netten Kellnerin ist bald vergessen, während der Erlebniswert eines gastronomischen Desasters über Jahre hinweg guten Gesprächsstoff hergibt.

„Was, nur a Seiterl? ...

Eine Wirtin, die den Gast mit den Worten "Was, nur a Seiterl? Kumm wieder, wennst wirklich an Durscht hast!“ anschnauzt, hat das Zeug zum Original und kann über den Tod hinaus populär bleiben. Oder dieses Prickeln, wenn man zum Zweikampf gegen einen unsäglich arroganten Kellner antritt! Der schaut auf den Gast hinunter wie auf einen lästigen Eindringling, der Gast wiederum versucht den Eindruck zu erwecken, dass er es ist, der hier die Befehle gibt. Das kann aufreibend, aber auch spannend sein.

... Kumm wieder, wennst wirklich an Durscht hast!“

Gut möglich, dass Lokale, die sich solche Mitarbeiter erlauben, nach und nach ihre Überlebensfähigkeit einbüßen. Oder sollte das Verschwinden des grantigen Personals damit zu tun haben, dass der Ausländeranteil in der Gastronomie gestiegen ist? Egal, soll uns nichts Schlimmeres passieren.

Mehr zum Thema: Lesen Sie auch unseren Artikel "Reklamieren im Restaurant 10/2012"

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