KONSUMENT.AT - Daten sammeln, Kundendienst ... - Lebensdauer von Produkten 2/2013

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 29.01.2015

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Geiz ist nicht geil

Technische Geräte werden nach festgelegten Anforderungsprofilen entwickelt. Diese beinhalten neben den spezifischen Eigenschaften auch zu erfüllende Lebensdauerforderungen (Mindestbetriebsstunden, Einsatzintervalle, bei industriellen Geräten auch z.B. MTBF – mean time between failure, etc.). Aus meiner Sicht werden also nicht bewusst Fehlerquellen eingebaut, sondern die Lebensdauer zu kurz bemessen.

Dies ist meiner Ansicht nach ein wesentlicher Unterschied, da die an sich ausreichende Lebensdauer eines Geräte nicht absichtlich und bewusst durch einen „eingebauten“ Mangel verkürzt wird, sondern im Gesamten die zu erwartende Lebensdauer eines Gerätes – aus Sicht des Konsumenten/Marktes – zu kurz bemessen wurde. Die Auswirkung für den Konsumenten läge weniger darin, dass ein an sich befriedigendes Gerät durch einen „Zeitschalter“ den Geist aufgibt, sondern dass ein für den Konsument unzureichendes Gerät im Gesamten verbessert werden müsste – somit vermutlich teuer werden würde. (Diese Betrachtung gilt nicht für Produktkategorien, wo der Bedarf durch schnelle Produktwechsel oder Updates künstlich angeregt werden soll!)

Es sollte daher auch beim Kauf von Konsumgeräten – wie bei industriellem Equipment – konsequent nach durchschnittlicher Lebensdauer (bei definierten Einsatzbedingungen), Reparierbarkeit und z.B. MTBF (siehe oben) durch die Konsumenten nachgefragt werden. (Die Angaben werden vermutlich keine für das Einzelgerät verbindliche Garantiedaten sein, können aber für die Auswahl sehr wohl Unterstützung ergeben.) Unter Umständen wäre allerdings mitunter ein etwas höherer Preis in Kauf zu nehmen. Auf die Gesamtlebensdauer gerechnet könnten sich jedoch durchaus geringere Kosten ergeben. (Momentaner) Geiz ist nicht geil!

Ing. Willibald F.
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