KONSUMENT.AT - Digitalkameras, Schattenarbeit, Semmeln, ... - Bahnfahren mit Kinderwagen 2/2016

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016

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Viele Hürden

Bahnfahren mit Kinderwagen ist an sich schon eine Herausforderung, weil man immer einen netten Fahrgast braucht, der einem beim Einsteigen den Kinderwagen hinauftragen hilft. Aber dass es auf „die Menschlichkeit des Fahrers ankommt“, ob man als Mutter mit Kinderwagen mitfahren darf oder nicht, ist eine Frechheit! Ich konnte neulich in eine normale, blaue Garnitur der ÖBB mit meinem Teutonia Kinderwagen nicht einsteigen, weil er schlichtweg zu breit war und ich stecken blieb.

Beim Aussteigen konnte ich den Aufkleber auf der Tür lesen „Kinderwägen in Fahrtrichtung vorne einsteigen“. Ich lief also zu der Tür eines anderen, niederen Wagons bei dem mir zwei nette Passanten, die mich beobachtet hatten, die Tür aufhielten, doch bevor ich noch einsteigen konnte, machte der Fahrer die Türen zu und fuhr ohne mich. Der Zugfahrer hat mich mit Sicherheit gesehen, und wenn nicht, dann ist das noch viel bedenklicher!

Der zweite Zug kam 10 Minuten später, ein Niederflurwagen. Ganz vorne, wo ich jetzt einstieg, war außer mir niemand. Alle anderen Fahrgäste sind in der Mitte des Zuges eingestiegen. Bei meinem Anruf beim ÖBB Kundencenter bekam ich folgende Auskunft: Kinderwägen sollen seit dem Sommer vorne mitfahren, das sei sicherer. Warum das sicherer ist, konnte man mir nicht sagen. (Fahrer sehen ohnehin nichts?!) Wenn ganz vorne aber niemand sonst einsteigt, kann man gar nicht zusteigen!

Auf meine Frage, ob dann wenigstens der Zugfahrer aussteigt und beim Rauftragen hilft, hieß es: „So eine Regelung gibt es nicht. Das kommt auf die Menschlichkeit des Fahrers an.“ Es kann doch nicht sein, dass es auf die Menschlichkeit des Fahrers ankommt, ob eine Mutter mit Kinderwagen mitfahren darf oder nicht?! Aber der Platzhirsch ÖBB kann sich scheinbar wirklich alles erlauben.

Sabrina H.
Korneuburg