KONSUMENT.AT - Kreditkarten, Staubsauger ... - Fenstertausch 5/2013

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KONSUMENT 7/2013 veröffentlicht: 27.06.2013

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Eine Lanze für die Tradition

Die Auswahl der Fenstertypen ist unvollständig. Gerade im Bereich der Altbausanierung sind Kastenstockfenster sehr oft die beste Wahl (bauphysikalisch leicht begründbar). Leider wird oft genau der falsche Weg eingeschlagen – Ausbau von Kastenstockfenstern und Tausch gegen Kunststofffenster. Kastenfenster sind auf die Nutzungszeit bezogen auch sehr wirtschaftlich.

Der Punkt „Reparieren“ geht leider völlig unter. Gerade bei Kastenfenstern ist das jedoch sehr oft möglich und auch bei Kosten, die einem neuen Kunststofffenster entsprechen, aus bauphysikalischen, ästhetischen und ökologischen Gründen klar zu bevorzugen. Die Behauptung, dass man Holzfenster andauernd streichen muss, ist schlichtweg falsch. Ein geöltes Lärchenfenster bildet eine natürlich verwitterte Oberfläche und ist in Kombination mit Wetterschenkeln und Reparaturen im Abstand des Tausches von PVC-Fenstern ein System, das weit über 100 Jahre funktioniert. Weiters ist eine Pigmentierung der Ölfarbe mit lediglicher Auffrischung mit Leinölfirnis alle 5 bis 10 Jahre möglich – wenn auch nicht unbedingt nötig.

Die Äußerungen über den diffusionsdichten Einbau lassen mir die Haare zu Berge stehen – ein solcher Einbau mag für „moderne“ Häuser mit physiologisch bedenklichen, diffusionsdichten Systemen gelten, für die Altbausanierung mit oft diffusionsoffenen Systemen ist es purer Unfug. Wo wollen Sie Ihr Dichtband hinkleben, wenn Sie ein diffusionsfähiges Holzfenster, einen Kalk- oder Lehm(innen)putz sowie ein ebenfalls diffusionsfähiges Außenwandsystem haben?

Auch werden Ästhetik und Baukultur kaum erwähnt – dieser Punkt ist aber durch die entsprechenden Regelwerke (Bauordnungen, Ortsbild/Ensembleschutz, Alpenkonvention) klar gegeben und gerade für ein Kulturland wie Österreich wesentlich.

DI Dr. Alexander S.
Spielberg