KONSUMENT.AT - Mahnschreiben - Nichts bestellt

Mahnschreiben

Kein Grund zur Panik

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 27.02.2020

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Muss man Mahnspesen bezahlen?

Ja, wenn Sie das vereinbarte Zahlungsziel nicht eingehalten haben (und die vereinbarte Leistung zur Gänze und mangelfrei erbracht wurde), ist das Unternehmen berechtigt, Mahnspesen in Rechnung zu stellen. Ausnahme: Es trifft Sie kein Verschulden daran, dass Sie nicht pünktlich bezahlt haben. Beispiel: Sie haben die Rechnung gar nicht erhalten (die Beweislast über die ordnungsgemäße Zustellung liegt beim Unternehmen!). 

Wie hoch dürfen Mahnspesen sein?

12 Euro Mahngebühr bei Magenta/T-Mobile (Scan: VKI) Dafür gibt es keine präzise Regelung. Es gilt, dass nur tatsächliche Kosten an den säumigen Zahler weitergegeben werden dürfen und dass die Kosten der Eintreibung einer offenen Rechnung notwendig und zweckmäßig sein und in angemessener ­Relation zu Aufwand und offener Rechnungssumme stehen müssen. Es kommt also letztlich auf die Abwägung im Einzelfall an. Tipp: Wenn die Forderung an sich berechtigt ist und Ihnen die Mahngebühr zu hoch erscheint, begleichen Sie fürs Erste die unbestrittene Forderung. Sie gewinnen damit Zeit, Zulässigkeit und Höhe der Mahn­­gebühr abzuklären.

Und wie ist das mit Verzugszinsen?

Wenn Sie in Zahlungsverzug sind, steht dem Unternehmen Schadenersatz zu. Dazu zählen auch Verzugszinsen für den offenen Betrag. Ist die Höhe der Verzugszinsen nicht vertraglich vereinbart worden, können Ihnen die gesetzlichen Verzugszinsen in Höhe von vier Prozent verrechnet werden.

Was tun, wenn man nichts bestellt hat und dennoch kommt eine Mahnung?

Ein häufiges Problem in unseren Beratungsstellen sind Fälle von Abzocke im Internet. Vielfach werden von unseriösen Firmen unter massiven Androhungen einschüchternde Mahnschreiben für angeblich abgeschlossene Abos verschickt, etwa im Zusammenhang mit Gewinn- oder Lotto­spielen bzw. Streaming-Plattformen. Eine genaue Prüfung zeigt in den meisten Fällen, dass gar kein rechtswirksamer Vertrag vorliegt und somit keine Forderungen be­stehen. Wer nicht sicher ist, ob es sich um eine korrekte Zahlungsaufforderung handelt oder nicht, der kann sich gerne an unsere Beratung wenden. 

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Kommentare

  • Mahnspesen
    von medienhandel am 27.02.2020 um 18:24
    Muss man Mahnspesen bezahlen?