KONSUMENT.AT - Mahnschreiben - Urheber­rechtsverletzung?

Mahnschreiben

Kein Grund zur Panik

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KONSUMENT 3/2020 veröffentlicht: 27.02.2020

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Was tun, wenn man Post von einem Inkassobüro bekommt?

Erster Schritt ist grundsätzlich, sich zu vergewissern, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht. Wenn es daran Zweifel gibt, widersprechen Sie am besten vorsorglich mit eingeschriebenem Brief und verlangen einen Nachweis, dass die Forderung berechtigt ist. Wenn es keinen Zweifel an der Forderung gibt, sollten Sie das Schreiben nicht ignorieren, um zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Ist jedes Mahnschreiben von einem Anwalt ernst zu nehmen?

Nein, aber Sie sollten es unbedingt prüfen! Mitunter nutzen Betrüger die Überzeugungskraft eines Anwaltsschreibens aus. Es kommt immer wieder vor, dass gefälschte Abmahnungen per E-Mail verschickt werden, die in Wirklichkeit gar nicht von der im Schreiben genannten Rechtsanwaltskanzlei stammen. Im Zweifelsfall – etwa, wenn die Abmahnung nur aus einer simplen E-Mail ohne Briefkopf besteht, Rechtschreibfehler aufweist oder eine verdächtige Telefonnummer oder E-Mail- Adresse beinhaltet – sollte man telefonisch Kontakt mit der Gegenseite aufnehmen und sich vergewissern, dass der Anwalt tatsächlich beauftragt ist. So lässt sich auch am einfachsten feststellen, ob das Schreiben einen ernsthaften Hintergrund haben könnte. Und oft wird diese Anfrage dazu führen, dass Sie das Schreiben getrost vergessen können. Wenn Sie nach der Kontaktaufnahme immer noch Zweifel haben, wenden Sie sich am besten an eine Beratungsstelle.

Was tun bei einem Anwaltsschreiben aufgrund einer behaupteten Urheber­rechtsverletzung?

Nicht ratsam ist, untätig zu bleiben und das Schreiben völlig zu ignorieren. Denn damit riskieren Sie, dass der Gegner die angekündigte Klage tatsächlich bei Gericht einbringt. Der erste Blick sollte der vom Anwalt gesetzten Frist gelten. Wenn Sie das Schreiben aufgrund eines Urlaubs oder anderer Abwesenheit verspätet bekommen haben oder eine Prüfung des Vorwurfs nicht rechtzeitig schaffen, sollten Sie un­bedingt um Verlängerung der Frist er­suchen. In der Regel wird eine solche Frist­erstreckung gewährt. Falls der in der Abmahnung erhobene Vorwurf unberechtigt ist, sollten Sie ihn in einer Rückantwort bestreiten – und am besten gleich Ihren Standpunkt mit Belegen untermauern, damit die Gegenseite Bedenken bekommt, den Klagsweg zu beschreiten. Stimmt der Vorwurf hingegen, heißt das nicht auto­matisch, dass der Gegner von Ihnen die Abgabe sämtlicher Verpflichtungs- und Unterlassungserklärungen zu Recht verlangt. Nicht selten sind diese Erklärungen großzügig zugunsten des Absenders formuliert. In einem solchen Fall suchen Sie am besten juristische Beratung.

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Kommentare

  • Mahnspesen
    von medienhandel am 27.02.2020 um 18:24
    Muss man Mahnspesen bezahlen?