KONSUMENT.AT - 60 Jahre KONSUMENT, Bankgeschäfte und ältere Menschen, E-Autos ... - E-Autos: Hohe Umweltbelastung 6/2021

60 Jahre KONSUMENT, Bankgeschäfte und ältere Menschen, E-Autos ...

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KONSUMENT 8/2021 veröffentlicht: 22.07.2021

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Sehr enttäuscht

Bei Ihrem Report lassen Sie die sonst oft gelebte Objektivität vermissen. Schon im Titel und den Untertiteln wecken Sie negative Emotionen, um dann erst im letzten Drittel Fachmeinungen von Greenpeace, VCÖ zu Wort kommen zu lassen.

Auch bei den Berechnungen zur CO2-Bilanz verwenden Sie Informationen, die veraltet sind oder mir als Leser als objektive Tatsachen vermittelt werden. So nehmen Sie unreflektiert den europäischen Strommix bei den zitierten Berechnungen. Wie immer da auch gerechnet wurde, tatsächlich wurden in Österreich 2020 nach offiziellen Zahlen 81 % des erzeugten Stroms durch erneuerbare Quellen aufgebracht. In Deutschland immerhin schon 45,5 %. Es ist also nicht kompliziert, in Österreich erneuerbaren Strom zu „tanken“. Noch dazu, wo bei der staatlichen Förderung für eine Ladestelle der Ökostrombezug nachgewiesen werden muss.

Beim Zitat zur Studie der FH Trier heißt es wegen der alleinigen Verwendung von „nur“ Ökostrom: „Was derzeit noch Utopie ist.“ Wie wär’s mit einem realistischen Szenario mit schrittweise steigenden Anteilen, wie vorhin zitiert. Immerhin wird auch in Österreich ein E-Auto produziert (Jaguar I Pace bei Magna), daher schon erheblich mit sauberem Strom.

Und das meistverkaufte Auto der letzten Jahre in A/D/F ist die Renault ZOE, für deren Motor kein Gramm seltene Erden verwendet wird und deren Batterie in überschaubaren Größen bestellt werden kann, was die CO2- und Werkstoffbilanz gegenüber einem Luxus-Tesla Model S, wie von Ihnen zitiert, deutlich weniger dramatisch macht.

Natürlich löst ein verbesserter Motor nicht alle aktuellen Verkehrsprobleme. Aber – am Beispiel Wien mit 200.000 Einpendlerfahrzeugen pro Tag – es könnte allein schon der Lärmpegel durch den Elektroantrieb deutlich geringer sein. Derzeit kann man z.B. morgens an der Rossauer Lände stehend kaum am Handy telefonieren wegen des Autolärms.

Für eine Verkehrswende sollten also möglichst viele Menschen beim Einpendeln in die Bahn steigen. Um zum Bahnhof zu gelangen, wären Elektroautos eine ideale Ergänzung; nicht immer und für jeden geht’s mit dem Fahrrad. Bei den wenigen Kilometern sind Verbrenner-Antriebe noch kalt, emittieren daher viele Schadstoffe, die Motoren verschleißen schneller. Das alles kann ein Elektroauto vermeiden – da gibt’s keine Kaltlaufphase ohne Katalysator.

Ich hätte mir mehr Objektivität, mehr konsumentenorientierte Berichterstattung von Ihnen gewünscht und nicht, dass Sie aus reiner Effekthascherei, für die tolle Schlagzeile, mit den irrationalen Angstgefühlen der LeserInnen spielen. Leider fürchten viele Menschen eine Veränderung, als Journalist sollte man dies aber nicht ausnützen. KONSUMENT ist ja keine Boulevardzeitung!

Ing. Michael K.
Wien

Verbrechen an Umwelt?

Ich gratuliere zu dieser exzellenten Expertise über die Nachteile der E-Mobilität! Ich hatte mich sofort gewundert, dass eure Redaktion derartig gegen die allmächtige E-Mobil-Lobby mobil macht. Die Tageszeitungen verlieren derartig klare Worte kaum oder gar nicht!

Seit Jahrhunderten werden die sog. „Entwicklungsländer“ von den Industriestaaten zum Wohle der Industriestaaten ausgebeutet. Nun ist das „Wohl“ der Industriestaaten die Ausbeutung von Mensch und Natur zum Wohle der E-Mobilität!

Ich meine, dass die Verbrechen an Umwelt und Natur wesentlich mehr zur Klimakrise beitragen, als durch die Umstellung auf E-Mobilität gutgemacht wird! Soll nicht heißen, dass E-Mobilität nix bringt. Wenn schon, dann aber richtig! Wer eure Expertise wirklich verstehen will, muss sofort für die Einstellung der E-Mobilität unter den gegeben Voraussetzungen „kämpfen“!

  • Ich frage mich, warum ein E-SUV eine Förderung bekommt.
  • Ich frage mich, warum E-Mountainbikes nicht verboten werden.
  • Ich frage mich, warum ein E-Mobil-Hersteller nicht zum Recycling von mind. 95 % seines verkauften Fahrzeuges verpflichtet werden kann.
  • Ich frage mich, warum immer über die Reichweite und zu wenig Ladestationen gejammert wird. Warum hat, vor allem die Politik, nicht schon längst Akku-Wechselsysteme vorgeschrieben? Die Akkus könnten „ratzfatz“ an entsprechenden „Tankstellen“ gewechselt werden. Die Akkus könnten als Pufferstationen zum Lastausgleich im Versorgungsnetz dienen.
  • Ich frage mich, warum die E-Mobil-„Experten“ die erhebliche Feinstaubbelastung durch das höhere Gewicht (besonders SUV) beim Brems- und Reifenabrieb nicht erwähnen.
  • Ich frage mich, warum die EU nicht ein „Feinstaubsaugersystem“ in den Lkw/Pkw-Radkästen vorschreibt? Da können doch effizient Feinstaub abgesaugt – intelligent gespeichert – und intelligent die kostbaren Rohstoffe wiederverwertet werden!

Ist es möglich, dass derartig triviale und wirksame Möglichkeiten nicht verstanden werden? Keiner fragt: Macht der Vorschlag Sinn? Wenn ja, wie setzen wir diesen um? Was kostet das?

Ing. Walter K.
Graz

Warten auf Recycling

Leider wird in all diesen Studien die Umweltbelastung und der Ressourcenverbrauch der Verbrenner-Autos nicht aufgeführt: So braucht ein Katalysator-Auto viel mehr seltene Erden als ein E-Auto. Die Produktion des Verbrennermotors (ca. 2.200 Bestandteile) ist wesentlich umweltschädlicher als die eines Elektromotors (ca. 200 Teile). Die Batterieherstellung wird zunehmend CO2-neutral durch Photovoltaikstrom durchgeführt (Tesla). Das Recycling der Batterie ist jetzt noch nicht effizient und gewinnbringend, da es noch zu wenig Batterien gibt, die recycelt werden müssen. Wenn es so weit ist, wird man in ein paar Jahren über 95 % der Rohstoffe der Batterie wiedergewinnen können.

Dr. Thomas L.
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