KONSUMENT.AT - Amalgam-Verbot, Milch in Glasflaschen, Paketdienste, Waschtischarmaturen ... - Amalgam-Verbot 8/2018

Amalgam-Verbot, Milch in Glasflaschen, Paketdienste, Waschtischarmaturen ...

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KONSUMENT 10/2018 veröffentlicht: 27.09.2018

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Zahnarzt gegen Verbot

Ich verfolge seit vielen Jahren, wie die Industrie durch gezielte Fehlinformation und lancierte Berichte erfolgreich Lobbyarbeit gegen das Zahnfüllmaterial Amalgam macht. Die wissenschaftliche Sachlage zu dem Thema ist eindeutig: Zahnfüllungen aus Amalgam sind zuverlässiger und haltbarer als Kunststofffüllungen. Die gebetsmühlenartig immer wieder behauptete Schädlichkeit von Amalgamfüllungen ist durch großangelegte wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt und konnte niemals nachgewiesen werden.

Aus billigem Erdöl kann man mit großem Gewinn Kunststoffzahnfüllmaterial machen. Das Amalgam, das zur Hälfte aus teurem Silber besteht, ermöglicht der einschlägigen Industrie nicht so große Gewinnspannen und muss deshalb vom Markt gedrängt werden – mit allen Mitteln. Kongeniale Partner bei diesen Medienaktionen sind zahlreiche Zahnärzte, die darauf gekommen sind, dass es einträglich ist, den Patienten viele neue Füllungen zu machen, wenn die eine irrationale Angst vor Amalgam haben.

Die ganze Chemie im Zusammenhang mit Amalgamfüllungen ist seit 150 Jahren – so lange wird Amalgam in großem Maßstab als Zahnfüllmaterial verwendet – genau und kritisch erforscht worden. Die Quecksilberabgabe von Amalgamfüllungen, die geringer ist als die Aufnahme von Quecksilber aus der durchschnittlichen Ernährung, die ist der einzige Minuspunkt.

Im Gegensatz dazu wird Kunststofffüllmaterial für Zähne erst seit ca. 1990 in großem Maßstab verwendet. Diese vergleichsweise kurze Zeit ermöglicht keine fundierten Aussagen über die langfristige Harmlosigkeit von Kunststofffüllungen. Erst in den letzten Jahren hat man ernsthaft begonnen, sich darüber Gedanken zu machen, was denn eigentlich aus dem Kunststoffmaterial wird, das durch Abreibung und chemische Abbauprozesse im Körper frei wird. Diese Stoffe werden im Darm resorbiert und in der Leber und anderen Organen chemisch umgewandelt und abgebaut. Im Laufe dieses Abbauprozesses entstehen als Zwischenprodukte Substanzen, die als erbgutverändernd und krebsauslösend identifiziert und bekannt sind.

Ich finde es jedenfalls widerlich, dass ich im Interesse der Industrie per Gesetz dazu gezwungen werden soll, meinen Patienten in Zukunft schlechtere Füllungen zu machen als bisher.

Dr. B.
Seitenstetten