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Bisphenol A: Kassabons

Unter die Haut

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Konsument 4/2011 veröffentlicht: 17.03.2011, aktualisiert: 26.05.2011

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Massenhaft verbreitet

Bisphenol A (BPA) ist eine Industriechemikalie, die als Ausgangsprodukt für die Herstellung von stabilen Kunststoffen (Polykarbonate) und Kunstharzen (Epoxidharze) verwendet wird.

Viele der daraus gefertigten Alltagsgegenstände kommen auch mit Lebensmitteln in Kontakt. Dazu zählen z.B. Babyfläschchen, Trinkbecher, Plastikgeschirr, Wasserkocher, aber auch die Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen.

Jeder ist betroffen

Das meiste Bisphenol A nehmen wir über die Nahrung auf. Die Substanz kann aus der Innenbeschichtung von Konserven auf den Doseninhalt übergehen. Sie löst sich mit der Zeit aus Kunststoffgefäßen und gelangt so in verschiedene Lebensmittel. Aufgrund der weiten Verbreitung kommt praktisch jeder Mensch mit diesem Stoff in Kontakt.

Hormonähnliche Wirkung

Besonders heikel in diesem Zusammenhang ist: BPA und dessen Abbauprodukte gehören zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich (östrogen) wirken. Aufgrund dieser Wirkung könnte nach Ansicht von Dr. Hans-Peter Hutter vom Institut für Umwelthygiene an der Medizinischen Universität Wien die Zahl der Prostata- und Brustkrebserkrankungen steigen.

"Ausreichendes Besorgnispotential"

Da inzwischen ebenso zahlreiche wie widersprüchliche Untersuchungen vorliegen, wird in der Fachwelt über die Gefährlichkeit oder Harmlosigkeit von BPA nach wie vor heftig gestritten. Fakt ist: Seit März 2011 dürfen EU-weit keine Kinderfläschchen mehr hergestellt werden, die Bisphenol A enthalten. Ab Juni 2011 sind auch Import und Verkauf solcher Produkte verboten. (Quelle: European Commission)

Im Gegensatz zur Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), die davon ausgeht, dass Bisphenol A kein gesundheitliches Risiko darstellt, ergibt sich für das deutsche Umweltbundesamt (UBA) ein "ausreichendes Besorgnispotenzial": Der Gehalt von BPA in Produkten sollte weiter begrenzt werden und stattdessen sollten gesundheits- und umweltfreundlichere Alternativen zur Anwendung kommen, so die deutschen Umweltexperten. Dem können wir uns nur anschließen.

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Kommentare

  • BPA Sondermüll?
    von REDAKTION am 04.04.2011 um 13:56
    Danke für den Hinweis. Wir haben ihn bereits in unseren Artikel eingearbeitet. Ihr Konsument-Team
  • BPA Papier ist Sondermüll?
    von canisrivo am 31.03.2011 um 08:40
    Bei der Diskussion in Deutschland wurde - soweit ich mich erinnere - darauf hingewiesen, Thermopapier (Kassabons) NICHT zum Altpapier zu geben. Ein Hinweis zu diesem Problem fehlte mir in dem Artikel. Bei Zielpunkt wurde/wird fallweise vor dem Ausdruck gefragt, ob man den Bon braucht.