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KONSUMENT 8/2016 veröffentlicht: 28.07.2016

Inhalt

Die Arbeit machen die Kunden

Dass man als Kunde im Laufe der Jahre seine Bankgeschäfte immer mehr selbst erledigt, daran hat man sich schon gewöhnt. Das Einlesen der Zahlungsüberweisungen in den Automaten im Foyer ging zuletzt relativ problemlos. Man schob den jeweiligen Zahlschein in das Gerät, dieser wurde auf der Rückseite abgestempelt und somit die Einlesung bestätigt. Konnte das Gerät etwas nicht lesen, wurde man am Bildschirm informiert, konnte dieses ausbessern und nochmals einscannen.

Nun hat sich die BAWAG-PSK etwas Neues ausgedacht: Man muss nun nach dem Einlesen selbst am Bildschirm alle Zahlen nochmals überprüfen und die Richtigkeit bestätigen, bevor der Vorgang in die Wege geleitet wird. Kann das Gerät einen Eintrag nicht lesen, wird dieser zwar angenommen, aber eine Bearbeitungsgebühr verlangt. Ein Ausbessern und nochmaliges Einlesen ist nicht mehr möglich. Als Kunde kann ich diesen Vorgang nicht mehr beeinflussen. Nach welchen Kriterien die Ablehnung erfolgt, damit ich künftig darauf achten kann, konnte mir die BAWAG-Mitarbeiterin auch nicht beantworten. Sollten Kunden mit mehreren Überweisungen warten, ist eine Warteschlange bereits vorprogrammiert.

Auf meine Einwände hin meinte sie nur, ich könnte ja auf Telebanking umsteigen. Damit dürfte sie wohl auch den eigentlichen Zweck der Sache ausgesprochen haben, dass die Kunden immer mehr in Richtung Telebanking gedrängt werden sollen, um den Personalstand immer weiter zu verringern.

Name der Redaktion bekannt

Vorteile von Selbstbedienung

Sie beschäftigen sich ausführlich damit, dass immer mehr Firmen Tätigkeiten an Kunden übertragen. Dazu zwei Aspekte:

1. Auch Sie tun das – vermutlich so wie die meisten Firmen um (Druck-) Kosten zu sparen. [Anm. d. Red.: Gemeint sind unsere Verweise auf zusätzliche Inhalte auf konsument.at.] Selbstbedienung hat nicht nur Nachteile: Ihre Tabellen sind online vielleicht besser sortierbar oder werden nachträglich aktualisiert. Und wir Abonnenten sparen Geld (weil die Zeitschrift sonst wohl doppelt so dick und dann auch teurer wäre). Aber bitte: Nicht Wein trinken und Wasser predigen! Für mich ist es akzeptabel, dass Firmen diesen Weg wählen, um Kosten zu sparen.

2. Sonderfall Banken: ich erinnere mich an meine Zeit als Student (vor ca. 30 Jahren). Oft hatte ich wochenlang keine Ahnung, wieviel Geld am Konto ist, weil ich es nicht schaffte, während der Öffnungszeiten in meine Filiale zu kommen. Da ist mir der aktuelle Zustand lieber: Rund um die Uhr, in jeder Filiale in Österreich, von jedem Computer der Welt aus nachschauen zu können. Und anstellen muss ich mich auch nicht. Ich will nicht zurück zum alten System.

Robert S.
Perchtoldsdorf

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