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Einkaufen: Mit allen Sinnen

Why we buy

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2000

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Männer shoppen im Eilzugstempo

Männer sind ein eigenes Kapitel. Männer kaufen anders. Sie gehen immer schneller als Frauen durch das Geschäft, nehmen sich weniger Zeit zum Schauen. Es ist enorm schwierig, sie dazu zu bewegen, sich etwas anzusehen, von dem sie sich nicht vorgenommen hatten, es zu kaufen. Männer fragen auch nicht gerne, wo die Dinge sind, sie fragen überhaupt nicht gern. Sie kaufen so, wie sie Auto fahren. Wenn ein Mann eine Abteilung nicht findet, wird er sich ein paar Mal rasch umsehen, dann aufgeben und das Geschäft verlassen, ohne jemals um Hilfe gefragt zu haben. Findet er etwas – meist ist das recht abrupt –, dann ist er meist auch sehr rasch bereit, es zu kaufen, aber ohne ersichtliche Freude an dem Prozess des Findens.

Langer Prozess

Für Frauen ist das Anprobieren von Textilien nur Teil eines längeren Prozesses des Überlegens, und selbst Stücke, die passen, können aus ganz anderen Gründen zurückgewiesen werden. In einer Untersuchung fand Underhills Firma Envirosell, dass 65 Prozent der Männer, die etwas anprobiert hatten, es dann auch gekauft haben. Bei Frauen waren es nur 25 Prozent. Underhills Tipp an die Manager: Umkleidekabinen sollten möglichst nahe der Herrenabteilung liegen. Sonst könnte der Herr ja auf die Idee kommen, dass sich der ganze Aufwand eigentlich nicht lohnt.

Daddy im Supermarkt

Das klassische Betätigungsfeld für Kaufanalysen ist der Supermarkt. In so einer Untersuchung wollte der Auftraggeber wissen, wie viele Kunden mit Einkaufsliste unterwegs waren. Fast alle Frauen hatten eine. Bei den Männern war es weniger als ein Viertel. Ein markantes Zeichen der – wörtliches Zitat – „Disziplinlosigkeit, für die dieses Geschlecht ja bekannt ist. Man nehme einen Einkaufswagen, zwei Kinder und einen Daddy, und heraus kommt eine tödliche Kombination. Er tut sich notorisch schwer, Nein zu sagen, wenn die Lebensmitteleinkäufe anstehen. Papa sein bedeutet, Versorger sein – daran hat sich nichts geändert. Da geht es ans Eingemachte der männlichen Identität.“

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