KONSUMENT.AT - Einkaufen: Mit allen Sinnen - Wer viel Zeit hat, kauft viel ein

Einkaufen: Mit allen Sinnen

Why we buy

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2000

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Der Mann zahlt

Noch etwas gehört zu den Konstanten männlichen Verhaltens im Supermarkt. Immer zahlt der Mann. Speziell wenn Frau und Mann miteinander einkaufen gehen, dann besteht immer er darauf sein „Börsel herauszureißen und zu blechen“ („whiping out his wad and forking it over“). Das „alles nur aus Angst, dass der Typ an der Kasse glauben könnte, es sei die Frau, die das Geld heimbringt“. Kein Wunder, dass amerikanische Verkäufer den Mann üblicherweise „Wallet carrier“, „Brieftaschenträger“ nennen.

Viel Zeit, viel Einkauf

Wie viel jemand kauft, hängt direkt davon ab, wie viel Zeit er in einem Geschäft verbringt. Underhill: „Unsere Untersuchungen haben immer wieder ergeben, dass Frauen, wenn sie mit einem Mann unterwegs sind, weniger Zeit in einem Geschäft verbringen, als wenn sie alleine, mit einer anderen Frau oder sogar mit Kindern unterwegs sind.“ Sind Frauen miteinander unterwegs, gibt es viel zu besprechen, vorzuschlagen, abzuwägen... Sind Kinder dabei, muss sie sie im Zaum halten und unterhalten. Ist die Frau allein, nützt sie ihre Zeit sehr effizient. Ist aber er dabei, dann macht er ihr sehr schnell klar, dass ihn „das alles hier langweilt und er am liebsten sofort abhauen, sich ins Auto setzen und den Mädchen nachschauen möchte“.

Für Männer: Bequeme Sessel, Magazine, Videos, Sport ...

Kein Wunder, dass sie in seiner Anwesenheit nicht entspannt shoppen kann. Schlussfolgerung: Wenn das Geschäft ihn beschäftigt, dann ist sie die entspanntere und glücklichere Kundin. Geschäfte, die überwiegend an Frauen verkaufen, sollten sich etwas ausdenken, womit sie die Aufmerksamkeit von Männern einfangen. Bequeme Sessel, Magazine, Videos, Sportsendungen... Clips, die ihm die Herstellung der neuesten Badekollektion zeigen.

Enge Räume, schnelle Flucht

Wenn sich Frauen nicht wohl fühlen, dann bleiben sie keine zwei Sekunden. Je enger die Räume, desto weniger Zeit wird eine Frau dort verbringen, also muss ihnen das Geschäft mehr Platz und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Underhills Untersuchungen zeigen, dass Frauen, die sich an der Ecke eines Verkaufspultes platzieren, wo sie sich ein wenig anschmiegen können, mehr kaufen, als wenn sie frontal davor stehen. Einige Kosmetikabteilungen haben ihre Vitrinen und Regale inzwischen so aufgestellt, dass sie kleine Nischen bilden. Da sind sie von vorbeieilenden anderen Kunden weniger gestört; dort können sie unbehelligt stöbern („browse without fear“).

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