KONSUMENT.AT - FFP2-Masken von Hygiene Austria - Umtausch oder Geld zurück

FFP2-Masken von Hygiene Austria

Irreführung der Kunden

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veröffentlicht: 04.03.2021

Inhalt

Masken made in Austria? Spar und Rewe tauschen um, bei Spar gibt es mit Bon Geld zurück. 

Der heimische Mund-Nasen-Schutz-Hersteller Hygiene Austria, ein Verbund aus Lenzing und Palmers, hat seine Masken als österreichisch beworben, aber zum Teil in China lohnfertigen und im Ausland zertifizieren lassen. "Ich halte das für irreführend - unabhängig davon, ob die Qualität stimmt oder nicht", sagte der Leiter unserer Rechtsabteilung, Mag. Thomas Hirmke. Spar und Rewe tauschen um, bei Spar gibt es mit Bon Geld zurück.

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Umtausch oder Geld zurück

Was können Konsumenten tun, die die Maske im Glauben gekauft haben ein Qualitätsprodukt aus Österreich zu erwerben? Sie können den Vertrag bei ihrem Vertragspartner (Apotheke, Supermarkt…) wegen Irrtums anfechten und das Geld zurückverlangen - wenn das Produkt tatsächlich nicht aus Österreich stammt. Wichtig: Ein Kunde braucht eine Rechnung oder einen anderen Beweis des Kaufes – ohne sie sind Ansprüche im Zweifel nicht durchsetzbar. Die Masken selbst müssen nicht mehr vorhanden sein, aber es muss klar sein, welches Produkt wann, wo gekauft wurde. Konsumenten müssten sich an jene Firmen wenden, wo sie die Maske erworben haben. Manche Händler – siehe oben – zeigen Entgegenkommen.

Was erwartet der Kunde?

"Rechtlich kommt es auf die Erwartung des Durchschnittsverbrauchers an", strich Hirmke hervor. "Das ist im Wettbewerbsrecht die entscheidende Frage“, so Hirmke unter Verweis auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Eine falsche Herkunftsbezeichnung könnte rechtlich als irreführende Werbung verstanden werden.

Allerdings, so Hirmke, gebe es bei der Herkunftsbezeichnung "keine einheitlichen gesetzlichen Vorgaben über alle Produkte drüber", nur punktuelle. "Deshalb gibt es keine klaren Regeln." Die europäischen Vorgaben seien in der sogenannten Health-Claims-Verordnung der EU zu finden: Werbung mit Gesundheit 7/2012

Auch für die Unternehmen „wäre es gut, wenn es klare Vorgaben gäbe", so Hirmke. Mögliche Faktoren, die eine Rolle spielten, wären je nach Produkt etwa,

  • wo es zugekauft wird
  • wo es zusammengebaut wird
  • wieviel Prozent der Bestandteile aus dem Inland und wieviel aus dem Ausland stammen
  • wo es konstruiert wurde und
  • wo es kontrolliert wurde.

Und zusätzlich: Was der durchschnittliche Verbraucher erwartet.

"Im Fall der Hygiene Austria gehe ich davon aus, dass die Erwartung da war, dass es österreichische Produkte sind, und dass das daher irreführend war", so der Rechtsexperte. "Wir prüfen, ob wir dagegen vorgehen."

Produkthaftung

Erfüllen die Masken tatsächlich nicht die Sicherheitsvorgaben einer FFP2- Maske, wären Ansprüche theoretisch auch aus der Produkthaftung denkbar, wenn der Konsument an COVID19 erkrankt. Vor Gericht zu beweisen, dass eine Erkrankung auf die fehlerhafte Maske zurückzuführen ist, dürfte aber schwierig sein.

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Kommentare

  • masken die nach "chemie" riechen
    von jumpingjack am 02.04.2021 um 09:07
    ich hab leider einige - meist sind es die modisch gefärbten, aber auch schneeweiße riechen manchmal verdächtig. ich nehme daher alle masken aus der kunststoffverpackung und lasse sie vor gebrauch ein zwei wochen lüften
  • Masken auf Schadstoffe testen
    von REDAKTION am 08.03.2021 um 14:19
    Eine derartige Untersuchung ist uns für Österreich nicht bekannt. Wir vom VKI haben keine geplant. - Informationen können Sie aber auf test.de finden. Die Stiftung Warentest hat Ende Februar 2021 mit Blick auf das Angebot in Deutschland zehn FFP2-Masken untersucht. Das Ergebnis finden Sie hier:
    https://www.test.de/Masken-Welcher-Mund-Nasen-Schutz-hilft-am-besten-gegen-Corona-5692592-0/ Bei keiner der untersuchten Masken wurden bei den Schadstoffen Auffälligkeiten gefunden.

    Eventuell könnte das Bürgerservice des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) weiterhelfen. Das BMDW ist in Österreich dafür zuständig, dass sichere Masken in Verkehr kommen.
    Ihr KONSUMENT-Team
  • Schadstoffbelastung?
    von multitude am 07.03.2021 um 19:16
    In Belgien hat es eine ähnliche Problematik mit Millionen "falschen" Masken aus China gegeben.
    Dabei hat sich leider noch zusätzlich herausgestellt, dass dies Schadstoffbelastet und ev. auch giftig sein könnten.
    Ist Ihnen eine derartige Untersuchung für die "Fake"-Masken in Österreich bekannt, bzw. planen Sie eine solche durchzuführen?
    Und falls nein, wo kann man Masken auf Schadstoffbelastungen testen lassen?
  • MASKEN DIREKT IM PALMERS ONLINE-SHOP GEKAUFT, WAS NUN ...???
    von schwarz2301 am 05.03.2021 um 17:21
    UM JA NUR SICHER ZU SEIN - QUALITÄT AUS ÖSTERREICH - ZU KAUFEN, HABE ICH SOFORT BEI PALMERS IM ONLINE-SHOP BESTELLT, NOCH BEVOR MIR DER VERKAUF IM SUPERMARKT BEKANNT WAR. ICH WAR FROH EINE ÖSTERR. FIRMA MIT VERTRAUEN ZU FINDEN. HABE AUCH BEI EINER MIR UNBEKANNTEN SALZBURGER FIRMA EINGEKAUFT UND BEKAM WARE AUS CHINA - DIE ENTTÄUSCHUNG WAR DEMENTSPRECHEND. WARTE JETZT AUF EVTL. CHARGEN NUMMERN, VIELLEICHT SIND DOCH EINIGE HIER PRODUZIERT WORDEN.