KONSUMENT.AT - Friedhofsgebühren - Weniger Begräbnisse als früher

Friedhofsgebühren

Ewige Ruhe zu stolzen Preisen

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 18.01.2012

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Zuordnung gefallen

Das Bestattungsunternehmen ist für vieles zuständig, allerdings nicht für die letzte Ruhestätte. Die fällt in den Kompetenzbereich der Friedhofsverwaltung. In Wien war das früher die MA 43, heute ist es die Friedhöfe Wien GmbH. Diese Gesellschaft, ein Tochterunternehmen der B & F Friedhöfe GmbH unter dem Dach der (stadteigenen) Wiener Stadtwerke Holding AG, ist im Zuge der Ausgliederung öffentlicher Angelegenheiten 2008 gegründet worden.

Hernalser Bürger in Hernalser Erde ...

Bis in die 1990er-Jahre bestand in Wien eine zonengebundene Zuordnung der Grabstätten. Hintergrund: Der Grinzinger Bürger sollte seine letzte Ruhestätte auf dem Grinzinger Friedhof finden, der Hernalser Bürger auf dem Hernalser Friedhof usw. Jeder Bezirk hatte einen bestimmten Wahlfriedhof – entscheidend war der Meldezettel. Für „Ortsfremde" erhoben die Friedhöfe höhere Gebühren. Günstig kam eine Beisetzung auf einem der sogenannten Hauptfriedhöfe in Wien, z.B. dem Zentralfriedhof. In der Regel musste hier gegenüber dem Wahlfriedhof nur die Hälfte gezahlt werden.

... ist Vergangenheit

Diese Regelung besteht nun nicht mehr, sie ist Vergangenheit. Die Zuordnung wurde nicht zuletzt deswegen fallen gelassen, weil die Zahl der Beisetzungen ständig abnimmt (1970 lag sie noch bei 28.000, 2010 bei 16.000). Damit ist die Notwendigkeit einer Steuerung nicht mehr unbedingt gegeben. Heute kann jeder den Friedhof frei wählen, auf dem die Beisetzung erfolgen soll, und zwar unabhängig vom (letzten) Wohnsitz.

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Kommentare

  • Grabgebühren am Land
    von movinC am 11.02.2012 um 06:23
    Zum Kommentar von Hueher ist anzumerken, dass die 18€ pro Jahr oder 180€ für 10 Jahre auch in der Steiermark auf vielen Pfarrfriedhöfen gelten. Das ist aber der absolute Minimumtarif den die Diözese vorschreibt, damit die Friedhöfe nicht Defizite ansammeln, und gilt auch nur für eine Grabstelle. Für ein Doppelgrab, häufig bei Familiengräbern der Fall, ist das doppelte zu bezahlen. Teuer ist für die Friedhöfe vor allem die Müllentsorgung und die allgemeine Friedhofpflege. Bei kleinen Friedhöfen am Land, die kaum Gebäude zu erhalten haben und wo die Leute es akzeptieren, dass im Winter nur die Hauptwege freigehalten und gestreut werden, die Leute die Mülltrennung einigermaßen einhalten und wo keine Toilettenanlagen gepflegt werden müssen (oder sich diese im Pfarrhof befinden), verbunden mit einer recht guten Zahlungsmoral, halten sich die Fixkosten soweit in Grenzen, dass recht günstige Grabgebühren angeboten werden können. Erfahrungsgemäß verschwinden all diese Vorteile, je größer der Friedhof und je städtischer die Umgebung und Grabinhaber sind. Die genannten Gebühren in Wien sind allerdings doch sehr hoch, wir kennen aber ganzen Gebührenkatalog nicht. Grabplattenbedeckungen, soweit überhaupt erlaubt, Grüfte und mitunter auch Randgräber können auch am Land teurer sein.
  • Jedenfalls, die Wiener Friedhöfe sind das teuerste in Österreich !!
    von Hueher am 06.02.2012 um 12:10
    ich kann eigentlich nicht verstehen, warum MUß man im 10 Jahres Rythmus bezahlen?? Ich bin Pensionist, habe eine kleine Pension und wenn der termin dann ist, muß+soll ich auf einem Schlage, wie zuletzt vor einiger Zeit, € 1250,- hinlegen??!! Anders darf man nicht bezahlen!! In Kärnten ( Wolfsberg zB.) kostet ein gleichwertiges Grab, pro Jahr "nur" 18,-€ !!!???!!! das sind dann so um die € 180,- / 190,- pro 10 Jahre............ Wer kann mir nun erzählen, warum in Wien diese hohen Summen bestehen???? Unser familiengrab besteht seit mehr als 100 Jahren am Zentralfriedhof, und warum muß man für soetwas derartig viel bezahlen????? Da lobe ich mir eine Bestattung in Thailand, wo dieses gratis ist, und nur mit Spenden an die Mönche des Klosters zu bezahlen ist........eine Feuerbestattung mit Urne !