Hotel-Gruppen: Ethik-Test

Wenig Sterne für Hilton & Co

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Konsument 3/2011 veröffentlicht: 14.02.2011

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1 Tourist = 25 Einheimische

Die Maßnahmen zur Reduktion des Energie- und Wasserverbrauches sind am weitesten fortgeschritten. Sie machen sich auch unmittelbar durch Kosteneinspa­rungen bezahlt, während Investitionen in anderen Bereichen erst auf längere Sicht einen ökonomischen Erfolg versprechen. Dennoch gibt es auch beim Energie- und Wasserverbrauch noch ein sehr hohes Einsparungspotenzial.

Üppige Gartenbewässerung in Wüstengebieten, Aircondition mit extrem stark abgesenkten Tempera­turen und bei offenen Türen sowie der tägliche Wechsel von Handtüchern und Bettzeug sind nur einige Beispiele – immer noch wird unnötig hohe Verschwendung und Abfallproduktion als Inbegriff von ­Luxus angesehen. Ein Tourist verbraucht in extremen Fällen so viel Wasser wie 25 Einheimische.

Artenschutz oft Nebensache

Überall dort, wo sich Einsparungsmaßnahmen nicht in sinkenden Kosten bemerkbar machen, nimmt die Bereitschaft, etwas zu tun, merklich ab. Dies betrifft etwa die Abfallvermeidung oder die Abwasserbehandlung, wo es meist des Drucks der lokalen Behörden bedarf. Wenig wird zur Erhaltung der Biodiversität (Artenvielfalt) getan – sei es, vom Aussterben bedrohte Fische von der Speisekarte zu nehmen, sei es, bei Holz­möbeln darauf zu achten, dass sie aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen.

Das Minimum wird erfüllt

Das Kostenargument scheint auch generell in der Beschaffungspolitik vorzuherrschen. Man kauft Lebenmittel aus lokalen Quellen eher deswegen, weil sie billiger sind, als um die ortsansässige Bevölkerung zu fördern. Produkte aus fairem Handel (Fairtrade) sind eher selten.

Bei den Arbeitsbedingungen gilt der Leitspruch: "Wir halten die Gesetze ein." Es werden Mindestlöhne bezahlt, aber man sorgt sich nicht darum, ob die zum Leben reichen. Formal fühlt man sich den Grundprinzipien der Internationalen Arbeits­organisation (ILO) verpflichtet. Es gab in den untersuchten Hotels keine Anzeichen von unbezahlter Mehrarbeit, aber es herrscht ein großer Arbeitsdruck. Auch die Fluktua­tion des Personals ist hoch, was auf geringe Arbeitszufriedenheit schließen lässt.

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