Hygienepapier: WC-Papier, Küchenrollen, Taschentücher

Recycling-Produkte sind rar

Seite 3 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/2007 veröffentlicht: 19.05.2007

Inhalt

Handel und Hersteller schieben sich Schuld zu

Der WWF bescheinigt dem Handel wenig umweltspezifische Einkaufskriterien für das Hygienepapiersortiment. Es werden keine Anforderungen gestellt. Man geht offenbar stillschweigend davon aus, dass die Lieferanten ohnehin keine Frischfasern aus Raubbau oder illegalem Holzeinschlag einsetzen. Nur SCA hat dezidiert ausgeschlossen, Holz aus fragwürdigen Quellen zu verwenden.

Warum werden so wenig Hygieneerzeugnisse aus Altpapier angeboten? „Konsument“ hat Handelskonzerne und Erzeuger befragt: Grundsätzlich wird immer dem anderen die Schuld gegeben. Während die Händler beteuern, es würden entweder keine Recyclingprodukte angeboten oder aber sie würden nicht als solche deklariert, verweisen die Produzenten darauf, dass sie keine Aufträge vom Handel bekämen.

Nah & Frisch möchte den „selbstständigen Kaufleuten“, die seine Filialen führen, diesbezüglich keine Vorschriften machen. Zielpunkt und Schlecker verzichteten auf eine Stellungnahme. Offensichtlich herrscht in der Branche die Ansicht vor, dass Recyclingpapier beim Kunden nicht erwünscht ist. Bei Toilettenpapier sieht man noch einen gewissen Bedarf, bei Taschentüchern aber überhaupt nicht. Ein Brancheninsider verriet uns ein (offenbar ehernes) Marketinggesetz: „Je höher Richtung Kopf, umso höher sind die Ansprüche des Konsumenten an die Qualität des Papiers.“

Konsumenten sind am Zug

Man werde entsprechend handeln, sollte sich die Nachfragesituation ändern, wird uns versichert. Und: Die Endverbraucher hätten ja die Möglichkeit, auf die Produktauswahl Einfluss zu nehmen, indem sie im Einzelhandel immer wieder nach Recyclingpapier fragen. Damit landet der Schwarze Peter also wieder einmal bei den Konsumenten.

 

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
1 Stimme
Weiterlesen
KONSUMENT-Probe-Abo