Jeanshersteller im Ethik-Test

Hosen runter!

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KONSUMENT 7/2011 veröffentlicht: 15.06.2011, aktualisiert: 29.08.2011

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Eine Untersuchung der sozialen und ökologischen Bedingungen in der Jeansverarbeitung ­offenbart eine relativ klare Trennung zwischen (ganz) gut und (ziemlich) böse.

Bild: Clean Clothes 

Kaum ein Konsumprodukt ist so weit verbreitet wie Jeans. Fast jeder trägt sie. In den wohl­habenderen EU-Staaten liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei einem Paar pro Jahr. Im Durchschnitt kaufen 78 Prozent aller EU-Bürger ein Paar Jeans im Jahr, auf 390 Millionen Paar wird der Gesamtabsatz in der EU für 2007 geschätzt, im Wert von 14 Milliarden Euro.

Trend in Richtung Dritte Welt

Immer noch ist Italien ein bedeutender Jeans-Produzent, der größte in der EU, gefolgt von Spanien, Portugal und Rumänien. Doch die Entwicklung geht eindeutig in Richtung Dritte Welt. Vor allem die Importe aus China, aber auch aus Indien wiesen zuletzt hohe zweistellige Zuwachsraten auf. Die ­ungleich niedrigeren Lohnkosten will sich keiner entgehen lassen.

Umweltverschmutzung und miserable Arbeitsbedingungen begleiten die Jeansherstellung von der Rohstoff-Gewinnung bis zur Auslieferung des Endproduktes:

  • Baumwollanbau:  7.000 Liter Wasser müssen für die Produktion von einem Kilogramm Baumwollfasern aufgewendet werden, ebenso enorm ist der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln – 10 Prozent aller Pestizide weltweit werden im Baumwollanbau verwendet.
  • Stoffproduktion: Die Garnerzeugung ist energieintensiv und benötigt ebenfalls eine große Menge unterschiedlicher Chemikalien. Das Waschen und Färben der Stoffe verschmutzt die Gewässer, weil die chemischen Farbstoffe oft ohne jede Aufbereitung entsorgt werden; die Arbeitskräfte sind den krebserregenden oder allergieauslösenden Stoffen oft schutzlos ausgeliefert.
  • Jeansfertigung: Hier ist es vor allem die Endbearbeitung, die eine massive Gefährdung für Mensch und Umwelt mit sich bringt. Zu trauriger Publizität ist in der letzten Zeit das Sandstrahlverfahren gelangt, das Tausende Arbeiter mit dem Erstickungstod bedroht (siehe rechts "Tod durchs Sandstrahlen").

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