KONSUMENT.AT - Jeanshersteller im Ethik-Test - H & M: engagiert - Diesel: verweigert

Jeanshersteller im Ethik-Test

Hosen runter!

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KONSUMENT 7/2011 veröffentlicht: 15.06.2011, aktualisiert: 29.08.2011

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Besonders augenfällig am Ergebnis ist, dass diejenigen Unternehmen, die in Sachen ­gesellschaftliche Verantwortung (CSR – Corporate Social Responsibility) aktiv sind, auch bereit waren, an dieser Untersuchung teil­zunehmen. Während auf der anderen Seite Unternehmen, deren CSR-Politik nach allen verfügbaren Informationen nur als marginal oder bestenfalls unterdurchschnittlich bezeichnet werden kann, eine offene Auseinander­setzung mit dem Erhebungsteam scheuten.

Unternehmen, die sich von uns nicht gerne in die Karten blicken lassen, sind auch gegenüber der breiten Öffentlichkeit sehr verschwiegen – interessierten Konsumenten wird auf den Unternehmens-Websites nur wenig Erhellendes in Bezug auf gesellschaftliche Verantwortung geboten (siehe Tabelle - Spalte "Information").

Unternehmens- und Sozialpolitik, Umwelt

Der einzige Bereich, wo auch nicht partizipierende Firmen mithalten können, ist die Behandlung der Beschäftigten im eigenen Unternehmen. Im Speziellen ist es Hugo Boss, der hier vor allem auf ein Bekenntnis zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz verweisen kann.

Die beste Unternehmenspolitik findet sich bei der schwedischen Handelskette Hennes & Mauritz. Im Bereich Sozialpolitik folgen Zara und Levi‘s auf den Plätzen, in Umweltagenden sind es Jack & Jones und abermals Levi‘s.

Die Praxis sieht anders aus

Die Praxis in den Produktionsstätten ist allerdings im Allgemeinen schlechter, wobei vor allem die Umweltaktivitäten zu wünschen übrig lassen. Sehr schwach sind vor allem die Maßnahmen zur Reduktion der Umweltverschmutzung.

Missstände gibt es aber auch immer wieder bei den Arbeitsbedingungen: 13 Tage Arbeit ohne einen einzigen freien Tag, vorenthaltene Überstundenzahlungen oder jener Vorfall, der damit endete, dass 20 Arbeiter kollabierten – sie mussten in ­einem geschlossenen Raum bei Temperaturen über 50 Grad mit Chemikalien hantieren; die Fenster blieben zu, damit die teuren ­Chemikalien nicht entweichen konnten.

Verantwortung für ganze Wertschöpfungskette

Ist schon die Verantwortlichkeit gegenüber den direkten Lieferanten gering, so sinkt ­diese noch weiter, wenn man die Ebene der Sublieferanten betrachtet. Das Prinzip, dass Großkonzerne Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette tragen, ist gerade in der Textilbranche nicht sehr ausgeprägt.

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