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Jeanshersteller im Ethik-Test

Hosen runter!

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KONSUMENT 7/2011 veröffentlicht: 15.06.2011, aktualisiert: 29.08.2011

Inhalt

Testkriterien Ethik-Test Jeanshersteller

Die Untersuchung der Jeans-Hersteller wurde im Rahmen einer internationalen Kooperation von einer branchenkundigen Audit-Organisation durchgeführt. Ausgewählt wurden große, international tätige Markenfirmen.

Fragebogen, Besichtigungen, Unterlagen

Die Untersuchung basiert auf 32 Kriterien zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung, jedes davon unterteilt in eine Reihe von Subkriterien. Jedes Unternehmen erhielt einen umfangreichen Fragebogen.
Sachdienliche Unterlagen, die die Unternehmen zur Verfügung stellten, wurden überprüft; mit den Verantwortlichen in der Unternehmenszentrale wurden ausführliche Gespräche zu offenen Fragen geführt.

Bei Zustimmung durch das Unternehmen wurde eine Expertenbesichtigung einer Produktionsstätte (Herstellung der Jeans vom Zuschneiden bis zur Endbearbeitung) durchgeführt; Unterlagen (wie Gehaltslisten, Arbeitszeitaufzeichnungen, …) wurden gesichtet, um die Antworten auf dem Fragebogen zu überprüfen. Mit Zustimmung des Unternehmens wurden darüber hinaus Arbeiter auf dem Werksgelände interviewt, wobei die Prüfer ihre Interviewpartner auswählen konnten.

Wurden weder der Fragebogen beantwortet noch Besichtigungen und Interviews gewährt, so erfolgte die Beurteilung des Unternehmens nach den öffentlich zugänglichen Informationen. Bewertet wurden außerdem die Unternehmenspolitik, die Bereitschaft zur Kooperation und der Internetauftritt.

Erhebungszeitraum: Jänner bis Juni 2011.

So wird beurteilt

Die Erfüllung jedes einzelnen Kriteriums wird in 5 Abstufungen beurteilt – von umfassend bis unzureichend erfüllt.
Zusätzlich wird eine Gewichtung durchgeführt: Je nach Nachweisbarkeit der zur Verfügung stehenden Informationen werden die Beurteilungen der Einzelkriterien mit einem Faktor zwischen 0,1 und 1 gewichtet.

Die Nachweisbarkeit wird danach bewertet, in welchem Maße die Informationen dokumentiert wurden (durch zur Verfügung gestellte Unterlagen, öffentlich zugängliche Reports, …) bzw. durch die unabhängigen Prüfer in der Vor-Ort-Untersuchung bestätigt werden konnten.

Daraus ergibt sich, dass Unternehmen, die eine Teilnahme an der Untersuchung verweigern, nur eine sehr niedrige Beurteilung erhalten können.

Dargestellt werden die Gruppenurteile und das Gesamturteil in einer fünfstufigen Skala von A bis E. Stufe A bedeutet, dass zumindest 80 Prozent aller Kriterien erfüllt sein müssen; E am anderen Ende der Skala steht für ein Ergebnis, in dem unter 20 Prozent der Kriterien erfüllt wurden.

Die Kriterien im Einzelnen:

  • Soziales (in den Produktionsstätten): Bewertet wurden soziale Mindeststandards für die Fertigung: die Definition von Anforderungen (betreffend z.B. Mindestlohn, Überstundenregelung, Gesundheit, Sicherheit), deren Kommunikation und die Überprüfung der Einhaltung der Anforderungen.
  • Umwelt (in den Produktionsstätten): Bewertet wurden ökologische Anforderungen an die Produktionsstätten (Vorhandensein eines Umwelt-Management-Systems), die Definition von Anforderungen (Zielsetzungen zum Energieeinsatz, zur Abwasserbehandlung, spezifische Anforderungen im Färbereiprozess, u.v.a.m.), deren Kommunikation und deren Überprüfung.
  • Unternehmenspolitik (auf Unternehmensebene): Überprüft wurden unter anderem Leitlinien zum sozialen und ökologischen Handeln, zur Verankerung des Umweltschutzes, zur Umsetzung sozialer bzw. ökologischer Beschaffungsrichtlinien sowie zum Engagement in Sozial- und Umweltprojekten.
  • Umgang mit dem Personal (auf Unternehmensebene): Bewertet wurde das Vorhandensein von Leitlinien und Maßnahmen für freiwillige Sozialleistungen, im Besonderen familienfreundliche Angebote und Gesundheitsförderung.
  • Transparenz (auf Unternehmensebene): Einbezogen wurden öffentlich zugängliche Berichte, die Teilnahme an der Befragung, die Bereitschaft zur Überprüfung beim Anbieter und in dessen Fertigung, die Genehmigung von Arbeiterinterviews, der Austausch mit Interessengruppen (NGOs).
  • Konsumenteninformation (auf der Homepage): Ausgewertet wurden Informationen zum Thema CSR (soziales und ökologisches Engagement) auf den internationalen Websites der Unternehmen (in der Regel in englischer Sprache).

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