KONSUMENT.AT - Kaffeeanbieter im Ethik-Test - Arbeitsbedingungen

Kaffeeanbieter im Ethik-Test

Nicht mehr im Schatten

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 18.08.2006

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Giftige Abwässer

Um die Kaffeebohnen vom Fruchtfleisch zu trennen, werden zwei Methoden angewandt: Das traditionelle Trockenverfahren durch Sonneneinstrahlung ist kostengünstig und es fällt kaum Abfall an. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, werden aber vermehrt Trockengeräte eingesetzt – mit einem entsprechenden Treibstoffverbrauch. Doch für hochwertigen Kaffee wird heute überwiegend die „nasse“ Methode angewandt. Sie ist zwar schonender fürs Aroma, benötigt aber riesige Mengen Wasser (bis zu 70.000 Liter pro Tonne Kaffeebohnen). Die Abwässer enthalten Chemikalien, die die Flüsse – und damit das Trinkwasser – verseuchen.

Katastrophale Arbeitsbedingungen

Die Produktionsmethoden gefährden auch die Gesundheit der Arbeitskräfte, die generell unter äußerst schlechten Bedingungen ihr Leben fristen müssen. Vor allem betrifft dies die Saisonarbeiter, die fern der Heimat in Kojen oder Scheunen untergebracht sind, ohne Privatsphäre oder auch nur sauberes Wasser und sanitäre Anlagen.

Schlechte Entlohnung

Die Bezahlung liegt häufig unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Eine Untersuchung in Guatemala kam zum Ergebnis, dass auf keiner der untersuchten Plantagen der Mindestlohn gezahlt wurde; in der Mehrzahl der Fälle erreichten die Löhne nicht einmal die Hälfte davon. Die niedrigsten Löhne in Mittelamerika gibt es in Nicaragua, wo ein Kaffeearbeiter mit 2,30 Dollar am Tag auskommen muss.

Kinderarbeit wird zur Notwendigkeit

Der Kaffeepreisverfall hat überdies zu einem Ansteigen der Kinderarbeit geführt: für die Plantagenbesitzer, um die Kosten zu senken, für die Arbeiter, weil sie ihre Familien allein nicht mehr erhalten könnten. Am ärgsten ist es in Kenia, wo 60 Prozent der Plantagenarbeiter Kinder sind.

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