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Kaffeeanbieter im Ethik-Test

Nicht mehr im Schatten

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 18.08.2006

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Vorzeigeprojekte

Wie verhalten sich die großen europäischen Kaffeekonzerne angesichts dieser Probleme? Haben sie Vorkehrungen getroffen, um die Belastungen für Mensch und Natur in Grenzen zu halten? Acht europäische Verbraucherorganisationen haben die vorliegende Untersuchung in Auftrag gegeben. An 33 Firmen wurden Fragebögen ausgeschickt, darunter an die drei österreichischen Marktführer Tchibo/Eduscho, Kraft Foods (Jacobs, Café Hag) sowie Hofer, die zusammen zwei Drittel des heimischen Marktes repräsentieren.

Wenig Zusammenarbeit

Rund die Hälfte der befragten Unternehmen (17) verweigerten eine Kooperation, darunter Hofer und Segafredo. Viele renommierte Firmen haben allerdings in den vergangenen Jahren einiges unternommen. Multis wie Nestlé oder Kraft haben in den Anbauregionen Projekte zum Ausbau von Schulen, Spitälern oder Straßen unterstützt. Einige lassen einen (kleinen) Teil ihres Kaffees durch Rainforest Alliance zertifizieren, was zur Einhaltung gewisser ökologischer, aber auch sozialer Standards verpflichtet. Da der Rest der Produktion (95 bis 99 Prozent) aber unter unveränderten Bedingungen produziert wird, bleibt die Gesamtperformance dennoch mäßig (Tchibo bzw. Kraft).

Nestlé erreicht 74 Prozent

Unter den konventionellen Kaffeekonzernen schnitt Nestlé (Nescafé, Nespresso) am besten ab. Der Schweizer Multi hat zwar keine zertifizierten Kaffees im Angebot, aber er unterwirft seine gesamte Kaffeeproduktion strengen Umwelt- und Sozialstandards. Das bringt ihm einen Gesamtscore von 74 Prozent ein.

Fairtrade-Zertifizierung

Den europäischen Spitzenplatz nimmt allerdings Oxfam ein, eine NGO, die in mehreren europäischen Ländern Fairtrade-zertifizierten Kaffee anbietet (Gesamtwertung 80 Prozent). Sie kann stellvertretend für andere Fairtrade-Partner stehen, die ausschließlich zertifizierten Kaffee anbieten. In Österreich ist dies die EZA mit dem Organico-Kaffee. Kommerzielle Kaffeefirmen wie Meinl, Spar oder Hornig bieten zwar auch Fairtrade-Kaffee an, der stellt allerdings nur eine Sorte in einem breiten – konventionellen – Sortiment dar.

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