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Kaffeeanbieter im Ethik-Test

Nicht mehr im Schatten

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Konsument 9/2006 veröffentlicht: 18.08.2006

Inhalt

Testkriterien

Der Ethik-Test wurde von der ICRT, der Testorganisation europäischer Verbraucherorganisationen, durchgeführt.

Kaffeefirmen auf dem Prüfstand

Ausgewählt wurden die jeweiligen Marktführer in acht europäischen Ländern (Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Portugal, Schweiz und Spanien). Die Unternehmen wurden aufgefordert, einen Fragebogen zu beantworten. Auf Grundlage der Beantwortung wurden Unternehmensbewertungen erstellt und zur Verifikation an die betroffenen Unternehmen geschickt. Diese konnten zusätzliche Informationen bereitstellen und ihre Bewertung korrigieren. Zur Abrundung und Überprüfung der Unternehmensangaben wurde eine Sekundär-Erhebung über die Transparenz der Unternehmen und über ihr Image in der Öffentlichkeit durchgeführt.

Die Kriterien für die Überprüfung

Untersuchungsgegenstand war das ökologische und soziale Verhalten der Unternehmen. Die Kriterien wurden in 6 Gruppen gegliedert, diese wurden unterschiedlich gewichtet (Anteil am Endurteil in Klammer); im Folgenden eine beispielhafte Auswahl der Kriterien:

Umwelt: Standards und Maßnahmen (22,4 %)

Pestizid-Reduktion, Wasserbenützung, Treibhausgas-Reduktion, Abfallvermeidung, Düngemittelverwendung, ... Verpflichtung zu Managementsystemen und Umweltstandards (ISO 9000, HACCP, EuropGap, EMAS, SAI, CCCC, IFOAM, Rainforest Alliance,...). Anteil der Produzenten, die zu diesen Standards verpflichtet werden, regelmäßiges Audit durch unabhängige Stellen, Sanktionsmechanismen. Verantwortlichkeit auf Unternehmensebene.

Soziales: Standards und Maßnahmen (22,4 %)

Gesundheit und Sicherheit, maximale Tagesarbeitszeit, Mindestlöhne, Gleichbehandlung, Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse weiblicher Arbeiter, Mitbestimmungsmöglichkeiten, Gewerkschaftsfreiheit, ... Verpflichtung zu Konventionen und Standards (CCCC, FLO, ILO, SA 8000, ETI,...). Anteil der Produzenten, die zu diesen Standards verpflichtet werden, regelmäßiges Audit durch unabhängige Stellen, Sanktionsmechanismen. Verantwortlichkeit auf Unternehmensebene.

Faire Beziehungen zu Lieferanten (22,4%)

Rückverfolgbarkeit der Wertschöpfungskette, Fair Trade-Standards (Sicherung langfristiger Beziehungen zu den Produzenten, garantierte Preise, Prämien), Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Anbauregionen.

Förderung nachhaltiger Politik (12,8 %)

Angebot an biologischem und fair gehandeltem Kaffee, Kundenberatung, Kennzeichnung, Präsentation des Angebots, Personalausbildung.

Allgemeine Umwelt- und Sozialpolitik (10 %)

Politik und Zielsetzungen in einzelnen sozialen oder ökologischen Bereichen, Managementsysteme, Verhaltenscodices, Verantwortlichkeiten.

Informationsoffenheit (10%)

Freiwillige Berichterstattung und Information (Themenstellung, Abdeckung der Unternehmensbereiche, inhaltliche Qualität), Beurteilung des Unternehmens durch Dritte (öffentliche Stellen, Medien, NGOs); Mitarbeit bei der Erhebung.

Bewertung relativ, nicht absolut

Die Bewertung erfolgt in 5 Stufen, in Zahlen von 0,5 bis 5; zu Grunde gelegt wird der Branchenstandard – es handelt sich also um eine relative Bewertung, eine Bestnote bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Performance des Unternehmens allen Ansprüchen genügt.

0,5 bis 1,4: Ethische Performance liegt deutlich unter den Erwartungen (bzw. Branchenstandard)

1,5 bis 2,4: Performance liegt unter den Erwartungen

2,5 bis 3,4: Performance entspricht den Erwartungen

3,5 bis 4,4: Performance liegt über den Erwartungen

4,5 bis 5:    Performance liegt deutlich über den Erwartungen

Das Endergebnis für die „Unternehmensethik“ wird in Prozent vom maximal möglichen Ergebnis angegeben. Es kann somit zwischen 0 und 100 liegen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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