Kassabons: mit Bisphenol A belastet

In die Hand genommen

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veröffentlicht: 19.04.2017

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Bisphenol A soll aus Kassazetteln verschwinden. Doch das dauert noch. Große Unternehmen setzen aber schon jetzt auf Bons ohne diese Chemikalie. 

Ob in der Apotheke, im Supermarkt oder nach einem Restaurantbesuch: Kaum hat man bezahlt, bekommt man ihn auch schon in die Hand gedrückt – den Kassabon. Dieses kleine Stück Papier ist vor einigen Jahren ins Gerede gekommen. Der Grund: BPA (Bisphenol A). Diese Industriechemikalie wird oft für Thermopapier verwendet. Es steckt in der wärmeempfindlichen Oberfläche des Papiers und dient als Entwicklersubstanz beim Drucken des Bons.

Bisphenol A kann hormonähnlich wirken

In unserem Bericht Kassabons 4/2011 nahmen wir die Kassazettel verschiedener Supermärkte unter die Lupe und wurden fündig. Kein einziger Bon, so das Ergebnis unserer Untersuchungen, kam ohne diese Substanz aus. "Weg mit BPA in Kassabons", forderten wir damals im Sinne des Vorsorgeprinzips. Denn beim Hantieren mit Kassazetteln gelangt dieser Stoff über die Finger in den Körper. Und das ist nicht unproblematisch. Bisphenol A gehört nämlich zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich wirken können.

Lebensmittel-Verpackungen belastet

Von der EFSA (European Food Safety Authority), der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, wird Thermopapier inzwischen als zweitwichtigste Quelle für Belastungen durch BPA angesehen. Das meiste Bisphenol A nehmen wir aber nach wie vor über Lebensmittel auf. Es gelangt vor allem durch Kunststoffe, die z.B. für Mehrweg-Getränkeflaschen, Vorratsbehälter oder Verpackungen eingesetzt werden, in unsere Nahrung.

Kassabons: Ende in Sicht

Zumindest was BPA in Kassabons anlangt, ist ein Ende in Sicht. Ab Jänner 2020 darf Thermopapier, das Bisphenol A enthält, nicht mehr verwendet werden. Damit soll vor allem das Kassenpersonal geschützt werden, das am meisten mit den Bons in Kontakt kommt. Bei aller Freude, dass sich das Vorsorgeprinzip durchgesetzt hat: Beschlossen wurde das Verbot bereits im Vorjahr, allerdings mit einer Übergangsfrist von 36 Monaten! Bisschen lang, finden wir. Da hätten die zuständigen Behörden ruhig etwas mehr Gas geben können.

Test: Wer verwendet BPA?

Alternativen zu BPA in Thermopapier gibt es nämlich längst. Bereits 2011 war die Lebensmittelkette Spar nach eigenen Angaben dabei, die Kassen in ihren Filialen auf BPA-freies Bonpapier umzustellen. Rewe und Hofer befanden sich noch auf der Suche nach Alternativen. Was ist daraus geworden?

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