Kinderarbeit in Usbekistan

Baumwolle aus Kinderhand

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Konsument 8/2010 veröffentlicht: 20.07.2010

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Wie reagieren die Markenfirmen?

Welche Aktivitäten setzen Bekleidungsindustrie und Modehandel? Wird sichergestellt, dass der Rohstoff Baumwolle frei von Kinderarbeit ist? Wir haben bei einigen Unternehmen der Textil- und Modebranche (Benetton, C&A, Fruit of the Loom, H&M, KiK, Nike, Peek&Cloppenburg) sowie bei den Versandhandelshäusern Lands’ End und Otto/Universal Versand nachgefragt, woher die Baumwolle stammt, die in ihren Zulieferbetrieben (Spinnereien, Nähereien) verarbeitet wird, und ob diese Baumwolle nachweislich ohne Kinderarbeit produziert wurde (siehe Tabelle).

Problem ist allen Unternehmen bewusst

Eines vorweg: Das Problem ist allen Unternehmen bewusst. Niemand hat versucht, die Verhältnisse in Usbekistan zu relativieren oder lapidar festgestellt, dass ihn das nichts angehe. Dennoch ließen die Antworten zu wünschen übrig. Drei der neun befragten Firmen sind auf das Thema Kinderarbeit in Usbekistan gar nicht eingegangen, sondern haben uns nur ihren allgemeinen Verhaltenskodex (Code of Conduct) für ihre Lieferanten zugesandt. Die anderen gingen immerhin auf die Problematik ein und legten auch dar, mit welchen Maßnahmen versucht wird, sicherzustellen, dass keine Baumwolle aus Usbekistan in ihre Beschaffungskette gelangt.

Verbot an Zulieferer

Teilweise begnügt man sich mit dem Aussprechen eines Verbotes: Er weise seine Lieferanten an, keine Baumwolle aus Usbekistan zu verwenden, ließ uns ein Anbieter wissen. Es gibt allerdings auch einen sensibleren Zugang: So erklärten etwa H&M und Nike, nicht ausschließen zu können, dass ihre Lieferanten auch usbekische Baumwolle verarbeiten – aber man tue sein Möglichstes, um die Menge gering zu halten.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo