KONSUMENT.AT - Laufschuhehersteller im Ethik-Test - Testkriterien

Laufschuhehersteller im Ethik-Test

Raus aus dem Hinterhof

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

Inhalt

Testkriterien

Die Untersuchung der Laufschuhhersteller wurde im Rahmen einer internationalen Kooperation durchgeführt, ausgewählt wurden international tätige Markenfirmen und Eigenmarken von Handelskonzernen.

Fragebogen, Besichtigungen, Unterlagen

Die Untersuchung basiert auf 29 Kriterien zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung, jedes davon unterteilt in eine Reihe von Subkriterien. Jedes Unternehmen erhielt einen umfangreichen Fragebogen. Bei Zustimmung durch das Unternehmen wurde eine Expertenbesichtigung der Unternehmenszentrale sowie von Produktionsstätten in China bzw. Vietnam (jeweils Assembling der Laufschuhe und Sohlenproduktion) durchgeführt und die zur Verfügung gestellten Unterlagen wurden gesichtet, um die Antworten auf dem Fragebogen zu überprüfen. Mit Zustimmung des Unternehmens wurden darüber hinaus Arbeiter auf dem Werksgelände interviewt, wobei die Prüfer die Arbeiter auszuwählen hatten. Wurden Besichtigungen und Interviews nicht gewährt, so erfolgte die Beurteilung des Unternehmens nach den öffentlich zugänglichen Informationen.

Bewertet wurden außerdem die Beantwortung verdeckter Kundenanfragen, der Internetauftritt und die Bereitschaft zur Kooperation. Untersuchungszeitraum: November 2008 bis März 2009.

So wird beurteilt

Die Erfüllung jedes einzelnen Kriteriums wird in 5 Abstufungen beurteilt – von umfassend bis unzureichend erfüllt. Dafür werden als Symbole die Buchstaben A bis E verwendet. Zusätzlich werden die Kriterien gewichtet (in 3 Stufen), je nachdem, ob die Erfüllung der Kriterien nur dokumentiert werden konnte oder durch die unabhängigen Prüfer vor Ort bestätigt werden konnte. Das Endurteil wird ebenfalls in 5 Stufen (A bis E) angegeben bzw. in Form einer Prozentzahl, die angibt, wie viel Prozent aller Kriterien erfüllt wurden.

Die Kriterien im Einzelnen:

  • Soziales (Produktionsstätte). Bewertet wurden soziale Mindeststandards für die Fertigung: die Definition von Anforderungen (betreffend z.B. Mindestlohn, Überstundenregelung, Gesundheit, Sicherheit), die Information der Arbeitskräfte darüber und die Überprüfung der Einhaltung der Anforderungen.
     
  • Umwelt (Produktionsstätte). Bewertet wurden ökologische Anforderungen an die Produktionsstätten (Umwelt-Management-System) und an das Produkt (Öko-Design, Haltbarkeit): die Definition von Anforderungen, deren Kommunikation und deren Überprüfung.
     
  • Unternehmenspolitik. Überprüft wurden unter anderem Leitlinien zum sozialen und ökologischen Handeln, zur Verankerung des Umweltschutzes, zur Umsetzung ökologischer Beschaffungsrichtlinien sowie zum Engagement in Sozial- und Umweltprojekten.
     
  • Umgang mit Beschäftigten (auf Unternehmensebene). Bewertet wurden freiwillige soziale Maßnahmen wie unter anderem familienfreundliche Angebote (z.B. Teilzeitarbeit, Heimarbeit), Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (z.B. ergonomischer Arbeitsplatz, Vorbeugemaßnahmen) und Weiterbildung (z.B. Höhe der Ausgaben, Zugang für alle).
     
  • Transparenz (Unternehmensebene). Einbezogen wurden öffentlich zugängliche Berichte, die Teilnahme an der Befragung, die Bereitschaft zur Überprüfung beim Anbieter und in dessen Fertigung, Genehmigung von Arbeiterinterviews, Austausch mit Interessengruppen (NGOs).
     
  • Konsumenteninformation (Österreich). Ausgewertet wurden vier verdeckte Konsumentenanfragen (eine telefonisch, drei per E-Mail) sowie Informationen auf der österreichischen bzw. internationalen Homepage des Unternehmens.

 

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