KONSUMENT.AT - Laufschuhehersteller im Ethik-Test - Vor-Ort-Untersuchungen

Laufschuhehersteller im Ethik-Test

Raus aus dem Hinterhof

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

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Vor-Ort-Untersuchungen

Für diesen Test wurden daher nicht nur die Beantwortung eines Fragebogens und die zur Verfügung gestellten Unterlagen der Unternehmen bewertet, sondern auch die Ergebnisse einer Vor-Ort-Untersuchung, bei der auch Interviews mit Arbeitnehmern mit berücksichtigt wurden.

Von jedem Hersteller bzw. Handelskonzern sollte ein Produktionswerk untersucht werden, in dem die gängigen Modelle für den europäischen Markt endgefertigt werden (Assemblingwerk). Da bei der Produktion von Laufschuhen die Fertigung der Sohle eine zentrale Rolle spielt (sie ist für die Eigenschaften eines Laufschuhs verantwortlich), sollte auch je ein Werk geprüft werden, das die Sohlen für den Schuhproduzenten zuliefert.

Unterschiedliche Kooperationsbereitschaft

Neun Markenhersteller und vier Handelskonzerne, die Laufschuhe anbieten, wurden diesem Ethiktest unterzogen. Vier Markenkonzerne verweigerten die Beantwortung des Fragebogens, während sich die Handelsunternehmen zumindest in Ansätzen kooperationsbereit zeigten. Nicht in allen Fällen war es allerdings möglich, Produktionswerke zu besichtigen. Der Besuch von Assembling- und Sohlen-Werk war nur bei vier Marken möglich, der Besuch des Assemblingwerkes allein in drei Fällen; bei zwei Handelsmarken war überhaupt kein Werksbesuch möglich.

Fast alle haben CSR für sich entdeckt

In den letzten Jahren hat das soziale Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen – unter dem englischen Kürzel CSR – einen Aufschwung erlebt. Fast alle Markenkonzerne, aber auch Handelsketten, haben aus Sorge um ihr Image entsprechende Maßnahmen ergriffen. Unternehmen, die das Thema ignorieren (wie Saucony), sind selten geworden.

Die großen Konzerne sind der FLA, der Fair Labor Association, beigetreten, die Mindeststandards definiert und deren Einhaltung überprüft. Aber auch die Handelsunternehmen sind nicht untätig geblieben. Aldi (deutsche Mutter der Hofer-Kette), Lidl und Deichmann sind heute Mitglied bei der BSCI (Business Social Compliance Initiative) und orientieren sich am BSCI-Verhaltenskodex. Im Gegensatz zur FLA, in der auch NGOs und Gewerkschaften mitarbeiten, ist die BSCI eine reine Unternehmensinitiative.

Spezialfall Hofer

Diskonter Hofer geht eigene Wege. Er bezog die Laufschuhe für die Frühjahrsaktion 2009 vom Salzburger Schuhimporteur Grohmann - dieser ist wie Aldi Mitglied beim BSCI. Da Hofer beim Schuh-Einkauf also eigenständig agiert, können die Untersuchungsergebnisse von Aldi nicht auf die Österreich-Tochter umgelegt werden. Sie sind deshalb auch nicht in der Tabelle wiedergegeben. Über Hofer liegen nur Ergebnisse der in Österreich durchgeführten anonymen Anfragen vor (unter "Konsumenteninformation" in der Gesamttabelle zu finden).

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