KONSUMENT.AT - Laufschuhehersteller im Ethik-Test - Arbeitsbedingungen

Laufschuhehersteller im Ethik-Test

Raus aus dem Hinterhof

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

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Arbeitsbedingungen

Das verstärkte Engagement hat sich offenbar auch auf die reale Situation in den Produktionswerken positiv ausgewirkt. Bei den Vor-Ort-Überprüfungen (zehn in China, eine in Vietnam) konnten keine „sweat-shops“ (Schlagwort für ausbeuterische Betriebe) entdeckt werden. Überall gab sich das Management kooperationsbereit und aufgeschlossen gegenüber aufgezeigten Mängeln.

Beanstandet wurde vor allem das hohe Ausmaß an Überstunden: Arbeiter müssen bitten, davon befreit zu werden, was letztlich eine Art von Zwangsarbeit darstellt. Es gibt eine Menge Abzüge von den Löhnen, die Arbeiter müssen nicht nur für Mahlzeiten und für Strom in den Schlafräumen bezahlen, sondern etwa auch für den Wasserverbrauch während der Arbeit. In vielen Fällen werden die gesetzlichen Mindestlöhne nur erreicht, wenn entsprechend viele Überstunden geleistet werden.

Kinderarbeit gibt es keine, wohl aber werden Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren beschäftigt; für sie gelten dieselben Arbeitsbedingungen wie für Erwachsene, Jugendschutzbestimmungen werden nicht eingehalten. Und es gibt kaum eine ernstzunehmende Arbeitnehmervertretung, Kollektivverträge gibt es keine oder sie werden nicht beachtet.

Adidas-Reebok-Gruppe in Front

Branchenführer in Sachen Ethik sind Adidas und dessen Tochter Reebok, die derselben Unternehmenspolitik unterworfen ist wie Adidas. Das Schlusslicht bei den Markenfirmen bilden Brooks und Saucony. Die Handelskonzerne schneiden trotz erkennbarer Bemühungen unterdurchschnittlich ab.

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