KONSUMENT.AT - Laufschuhehersteller im Ethik-Test - Marktführer schwach

Laufschuhehersteller im Ethik-Test

Raus aus dem Hinterhof

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

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Marktführer schwach

Schwach ist auch Marktführer Nike. Er hat zwar unbestritten eine sehr gut entwickelte CSR-Unternehmenspolitik, mit 120 Mitarbeitern beschäftigt er bei Weitem am meisten Angestellte im CSR-Bereich. Aber Nike lässt sich ungern in die Karten blicken.

Da Nike keinerlei Kooperationsbereitschaft für den Ethiktest erkennen ließ, konnten die zur Verfügung stehenden Daten (aus dem Internet oder anderen öffentlich zugänglichen Quellen) nicht überprüft und bestätigt werden. Daher das schwache Abschneiden des smarten US-Konzerns. Anonyme Interviews mit Arbeitern, die Nike-Schuhe in Vietnam herstellen, mögen belegen, dass ihre Lebensbedingungen bei Weitem nicht so gut sind wie in Nike-Publikationen suggeriert wird – aber das wurde für den Ethik-Test nicht bewertet.

Gute Ergebnisse für die Unternehmensebene

Generell sind die Ergebnisse für die Unternehmensebene am besten ausgefallen. Beim Umgang mit Beschäftigten ist zu beachten, dass davon in der Regel nur die Angestellten der Verwaltungszentrale betroffen sind, keine Fabriksarbeiter und auch nicht die Handelsangestellten. Das mag erklären, dass der Diskonter Lidl in diesem Punkt mit einem guten B bewertet wird. Derselbe Lidl steht ja in Deutschland wegen der prekären Arbeitsbedingungen seiner Filialangestellten unter Dauerbeschuss von Gewerkschaften, Datenschützern und anderen kritischen Beobachtern.

Schlecht ist es auch um die Informationsfreudigkeit gegenüber Konsumenten bestellt. Die Bewertung von anonymen Anfragen und dem Internetauftritt in Österreich lässt allein Adidas gut aussehen, im Übrigen wurde nur Unterdurchschnittliches geboten.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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