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Laufschuhehersteller im Ethik-Test

Raus aus dem Hinterhof

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 29.05.2009

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Beurteilung: Hersteller und Händler

Adidas: Die deutsche Marke steht für eine profunde CSR-Politik, die Lieferanten werden bei deren Umsetzung intensiv unterstützt. Schwächen sind die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen, niedrige Umwelt- anforderungen. Top auch in der Informations- offenheit.

Reebok: Gehört zur Adidas-Gruppe und unterliegt deren CSR-Politik. Auch in der Praxis kaum Unterschiede. Der Respektabstand im Endurteil (11 Prozentpunkte) erklärt sich allein aus dem schwachen Abschneiden bei Anfragen und Homepage (unter „Konsumenteninformation“ in der Gesamttabelle).

Puma: Auch die zweite große deutsche Marke kann auf eine etablierte CSR-Politik verweisen. Transparenz und Aufgeschlossenheit gegenüber den Prüfern, aber der Zutritt zum Sohlen-Produzenten wurde verweigert. Generell unzureichende Überwachung der Sublieferanten.

New Balance: Der US-Konzern unterhält langjährige Beziehungen zu seinen Lieferanten, die sich allerdings nur als teilweise transparent erwiesen – wichtige Dokumente wurden nicht zur Verfügung gestellt. Schwache Arbeitszeitkontrollen und niedrige Umweltanforderungen.

Mizuno: Offene Kooperationsbereitschaft ist das große Plus der japanischen Marke. Allerdings mangelt es an Kommunikation mit den Zulieferbetrieben, die über die CSR-Standards nur ungenügend informiert waren. Unregelmäßigkeiten bei Beschäftigung Jugendlicher.

Nike: Nike demonstriert Engagement, auch auf der Homepage wird der Ethik breiter Raum gewidmet. Der US-Konzern agiert jedoch eigenbrötlerisch, kein Bezug auf internationale Konventionen. Mangels Offenlegung jeglicher Unterlagen kann die Bewertung nur niedrig ausfallen.

Asics: Gegenüber der japanischen Marke gelten ähnliche Vorbehalte wie gegenüber Nike. Es existieren zwar positive Berichte über das Engagement, punktuelle Zusammenarbeit mit unabhängigen Organisationen, aber eine systematische Überprüfung wird verhindert.

Brooks: Das US-Unternehmen bemüht sich um umweltverträgliches Design seiner Produkte (biologisch abbaubare Sohlen). Aber öffentlichkeitsscheu und keine Hinweise auf stringente CSR-Politik. Dazu passt, dass die E-Mail-Adresse für Österreich nicht funktioniert.

Saucony: Noch eine schwache US-Marke, und mit null Punkten ein würdiges Schlusslicht. Bei Saucony gibt es nicht den zartesten Hinweis auf soziales oder ökologisches Engagement. Die (versuchte) Antwort auf eine telefonische Anfrage war die einzige „positive“ Reaktion.

Lidl: Nicht ganz erwarteter „Spitzenplatz“ für den deutschen Diskonter, allerdings auf niedrigem Niveau. Steht daheim unter heftiger Kritik, hat sich aber immerhin in den letzten Jahren bemüht, seine zahl­reichen Lieferanten auf Ethik-Standards zu prüfen.

Deichmann: Der deutsche Schuhdiskonter hat Mindeststandards definiert, aber die Informa­tion seiner Lieferanten ist völlig unzureichend. Angaben zum Sohlen-Produzen­ten wurden verweigert. Information der Konsumenten am – relativ – besten unter den Handelsmarken.

Reno: Schlusslicht unter den Handelsfirmen, wenn auch eine Spur besser als die Nachzügler bei den Marken. Die HR-Gruppe, zu der Reno gehört, konnte keinerlei schriftlichen Beleg für ihr ethisches Engagement ­liefern, auch die Zuliefer­betriebe blieben geheim.

Hofer: Da Hofer im Schuh-Einkauf eigenständig agiert, kann die Aldi-Bewertung nicht auf Hofer umgelegt werden. Hofer-Lieferant Grohmann aus Salzburg ist aber wie Aldi seit kurzem Mitglied beim BSCI und orientiert sich an dessen Verhaltenskodex. Die Information der Konsumenten zu Ethik-Themen ist bei Hofer noch eine Spur schlechter als bei anderen Diskontern.

Bewertung

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