KONSUMENT.AT - Lederschuhhersteller - Leserreaktionen

Lederschuhhersteller

Blut ist im Schuh

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 27.03.2012, aktualisiert: 26.04.2012

Inhalt

Leserreaktionen

Eine Schande

Nach wie vor ist die tierische Haut ein Abfallprodukt der Fleischerzeugung. Das Gewicht der Haut beträgt etwa 12 % des Schlachtgewichtes, daher wird kein Rind wegen der Haut, sondern nur wegen des Fleisches geschlachtet. Ich finde es daher nicht richtig, Viehtransport- und Schlachtungsmissstände der Ledererzeugung anzulasten.

Österreich war bis Ende der 80er-Jahre ein Schuhexportland, es gab eine relativ bedeutende inländische Schuhledererzeugung. Die Schuhfabriken begannen bald, ihre lohnintensive Produktion auszulagern. Portugal, Slowakei, Slowenien, Tschechien, dann immer weiter weg, Indien, China usw. Die Schuhledererzeugung kam in Österreich zum Erliegen und ist der Schuherzeugung hinterhergewandert.

Die in Europa verbliebenen Lederfabriken erzeugen praktisch nur mehr Leder für die Möbel-, Flugzeug- und Autoindustrie. Die Haupt-Lederproduzenten sind Indien und Südamerika. Dass es bei den dortigen Betrieben mit den Umweltstandards nicht weit her ist, kann man sich vorstellen.

Aber wir haben es ja mit unserer „Geiz ist Geil“- Mentalität so gewollt! Dass sich namhafte Schuhhersteller nicht mehr darum kümmern, wie das von ihnen verwendete Material hergestellt wird, ist eine Schande. Dass es bei den ausgesprochenen Billigschuhen noch ärger ist, kann sich jeder vorstellen.

Gottfried Köberl
Windischgarsten
(aus KONSUMENT 6/2012)

Ansporn

Die skandalösen Bedingungen, unter denen heutzutage teilweise renommierte Schuhhersteller ihre Waren herstellen lassen, sind uns nicht unbekannt und erst recht ein Ansporn, unsere Art der ökologischen Herstellungsweise weiter zu verfolgen, ständig weiter zu entwickeln und zertifizieren zu lassen. Infos dazu unter: www.ricosta.de/ruf.

Ricosta Schuhfabriken GmbH
Donaueschingen, Deutschland
(aus KONSUMENT 6/2012)

Dankbar

Neben der Qualität der Produkte liegt mir auch der gesamte Herstellungsprozess am Herzen. Im Sinne der Nachhaltigkeit bewerte ich daher Produkte unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Diesen umfassenden Blick ermöglichen Sie mir durch Beiträge wie jenen über die Schuhindustrie.

Johannes Brossmann
Wien
(aus KONSUMENT 6/2012)

Heimischer Hersteller

Wir fertigen aus natürlichen Materialien (neben Leder auch Walkloden, Lammfell und Naturkautschuk) in Oberösterreich mit modernsten Technologien eine breite Palette von hochwertigen Schuhen. Nachhaltigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. 98 % der verwendeten Rohmaterialien (Leder) werden aus Europa bezogen.

Das Hartjes-Tochterunternehmen Mucos, das die Leichtfußbetten aus Naturkork fertigt, trägt als weltweit erster Fußbetthersteller das renommierte ECO-Zertifikat. Wir beachten strengste Umweltauflagen, das Firmengebäude wird mittels Pyrolyse beheizt. Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber auch soziale Verantwortung durch faire Zukunftsperspektiven für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Lieferanten.

Hartjes Ges.m.b.H.
Pramet
(aus KONSUMENT 6/2012)

Schockiert

Ich war schockiert. Ich habe nie gedacht, dass in Indien, wo die Kühe doch heilig sind(?), so mit den Tieren umgegangen wird. Beim nächsten Schuhkauf weiß ich, was zu tun ist, die KONSUMENT-Zeitschrift nehme ich sicher mit. Hier sieht man wieder den Nachteil der Globalisierung: Als Konsument ist kaum mehr nachvollziehbar, wo alle Teile herkommen und wie sie entstanden sind.

Mag. Hans Bretbacher
St. Marienkirchen a.H.
(aus KONSUMENT 6/2012)

Keine heimischen Hersteller

Warum sind in Ihrem Vergleich keine österreichischen Unternehmen (zum Beispiel Waldviertler Schuhe) vertreten?

Name der Redaktion bekannt
(aus KONSUMENT 5/2012)

Diese Untersuchung wurde im Rahmen einer Kooperation mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt, nur große, international bekannte Marken wurden berücksichtigt. Leider können aus Kostengründen nicht alle für den heimischen Markt interessanten Marken untersucht werden.

Kleinere Firmen wie Waldviertler würden im direkten Vergleich mit Konzernen unter ihrem Wert abschneiden, weil sich kleinere Unternehmen in der Regel keine eigene CSR-Abteilung (zuständig für soziale Verantwortung in der Produktion und bei der Beschaffung von Vorprodukten) und ausführliche Information der Öffentlichkeit (auf der Homepage oder durch Nachhaltigkeitsreports) leisten könnten.

Auch die Beantwortung des umfangreichen Fragebogens ist für kleinere Unternehmen sicher schwieriger zu bewerkstelligen als für einen Konzern.

Die Redaktion

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Kommentare

  • Zum Thema Schächten
    von Morgenstern am 25.04.2012 um 17:08
    Ich war vor einiger Zeit mit einem Wanderschäfer unterwegs und habe dort das Schächten live erlebt. Es wurde dort nicht aus religiösen Motiven eingesetzt, sondern weil es die schmerzfreieste und sicherste Methode ist, um ein Tier zu schlachten. Die Schafe erleiden innerhalb von Sekunden einen Blutsturz, werden also ohnmächtig, da das Blut aus dem Hirn fließt. Natürlich gibt es auch unter den Schächtern "schwarze Schafe" und als Veganer verwende ich keinerlei Tierprodukte. Aber das Schächten an sich würde ich jederzeit dem Schlachten per Schlachtschußapparat vorziehen, denn dort werden sehr viele Tiere nicht sofort getötet und erleben Dinge wie das Aufhängen auf Haken inkl. dem Brechen der Knochen und Reißen der Sehnen unter dieser Last bei vollem Bewußtsein mit.
  • Schächten
    von Biene7 am 09.04.2012 um 15:24
    Sehr geehrtes Team vom "Konsument". Gratulation zu obigem Artikel. Ein bißchen mehr Kritik hätte ich mir betreffend des Schächtens erwartet, d.h. "Moslems in Indien töten die Rinder", indem sie diese schächten, d.h. bei lebendigem Leib ausbluten lassen. Diese Schlachtpraxis gibt es auch bei uns (zur Produktion von "Halal"-Fleisch). Tierschutz hört bei mir bei - angeblich - religiösen Motiven nicht auf. Bitte mal um eine Untersuchung dieser Schlachtmethoden. Vielleicht gibt es irgendwann einmal sogar eine Kennzeichnung über besonders "schonende" Schlachtmethoden oder "garantiert nicht halal". Bei anderen Tieren (z.B. Thunfischen gibt es ja schon eine ähnliche Kennzeichnung [Delphin-schonender Fang]). Vielen Dank im Voraus für Ihr konsequentes Eintreten für den Tierschutz. Sabsi
  • Alternativen
    von MargotBelyus am 07.04.2012 um 15:48
    Schade, daß Sie - wie auch beim Kinderschuhetest - DIE österreichischen Schuhe Waldviertler nicht dabei hatten. Der Bericht ist gut, rüttelt auf, hinterläßt aber wiedermal zerknirschte Konsumenten mit wenig Möglichkeit zur Vermeidung.
  • danke, super test
    von powerplana am 03.04.2012 um 19:18
    bitte mehr infos wie diese, das finde ich interessanter als ob die digitalkamera xy sehr gut, gut oder durschnittlich ist
  • Wo sind die Waldviertler, Ganter, usw.
    von REDAKTION am 02.04.2012 um 17:46
    Die Untersuchung wurde im Rahmen einer Kooperation mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt, nur große, international bekannte Marken wurden berücksichtigt. Leider können aus Kostengründen nicht alle, für den heimischen Markt interessanten Marken untersucht werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass kleinere Firmen, wie Waldviertler, im direkten Vergleich mit Konzernen unter ihrem Wert abschneiden würden, da sich kleinere Unternehmen in der Regel keine eigene CSR-Abteilung (zuständig für soziale Verantwortung in der Produktion und bei der Beschaffung von Vorprodukten) und eine ausführliche Information der Öffentlichkeit (auf der Homepage oder durch Nachhaltigkeitsreports) leisten könnten. Auch die Beantwortung des umfangreichen Fragebogens ist für kleinere Unternehmen sicher schwieriger zu bewerkstelligen als für einen Konzern. Ihr Konsument-Team