KONSUMENT.AT - Lederschuhhersteller - Chrombelastung in den Schuhen, Arbeiter werden krank

Lederschuhhersteller

Blut ist im Schuh

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 27.03.2012, aktualisiert: 26.04.2012

Inhalt

Korruption

Paradox: Auch Brasilien hat strenge Gesetze. Die Definition von Sklaverei geht sogar über die Bestimmungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO hinaus. Es gibt eine schwarze Liste von Betrieben, denen Sklaverei nachgewiesen wurde. Aber: Die unter Verdacht stehenden Betriebe werden von korrupten ­Beamten vorgewarnt, wenn die staatlichen Kontrollore im Anmarsch sind.

      Bild: danwatch.dk
Arbeiter stehen knöcheltief im Gift,
ohne Schuhe oder Handschuhe.

40 % der Arbeiter werden krank

Die Missstände gehen in den folgenden Stufen der Wertschöpfungskette weiter: Das Gerben von Leder zählt überhaupt zu den schmutzigsten Industriezweigen der Welt. Zu 80 bis 85 Prozent wird noch immer mit Chrom gegerbt, obwohl es weniger umweltschädliche Methoden gäbe.

Am schlimmsten ist es in Indien, Bangladesch und Nepal. 40 Prozent der Gerbereiarbeiter haben Hautkrankheiten, Asthma oder andere durch Chemikalien bedingte Leiden.

Chrom im Schuh

In der Umgebung von indischen Gerbereien wurden sowohl im Grundwasser als auch im Boden starke Konzentrationen von Chrom (auch des hochgiftigen Chrom(VI) – es verursacht Krebs und schädigt das Erbgut) nachgewiesen. Im Endprodukt, den Schuhen, befindet sich ebenfalls Chrom in teilweise hohen Konzentrationen, neben Arsen, Blei und Quecksilber.

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Kommentare

  • Zum Thema Schächten
    von Morgenstern am 25.04.2012 um 17:08
    Ich war vor einiger Zeit mit einem Wanderschäfer unterwegs und habe dort das Schächten live erlebt. Es wurde dort nicht aus religiösen Motiven eingesetzt, sondern weil es die schmerzfreieste und sicherste Methode ist, um ein Tier zu schlachten. Die Schafe erleiden innerhalb von Sekunden einen Blutsturz, werden also ohnmächtig, da das Blut aus dem Hirn fließt. Natürlich gibt es auch unter den Schächtern "schwarze Schafe" und als Veganer verwende ich keinerlei Tierprodukte. Aber das Schächten an sich würde ich jederzeit dem Schlachten per Schlachtschußapparat vorziehen, denn dort werden sehr viele Tiere nicht sofort getötet und erleben Dinge wie das Aufhängen auf Haken inkl. dem Brechen der Knochen und Reißen der Sehnen unter dieser Last bei vollem Bewußtsein mit.
  • Schächten
    von Biene7 am 09.04.2012 um 15:24
    Sehr geehrtes Team vom "Konsument". Gratulation zu obigem Artikel. Ein bißchen mehr Kritik hätte ich mir betreffend des Schächtens erwartet, d.h. "Moslems in Indien töten die Rinder", indem sie diese schächten, d.h. bei lebendigem Leib ausbluten lassen. Diese Schlachtpraxis gibt es auch bei uns (zur Produktion von "Halal"-Fleisch). Tierschutz hört bei mir bei - angeblich - religiösen Motiven nicht auf. Bitte mal um eine Untersuchung dieser Schlachtmethoden. Vielleicht gibt es irgendwann einmal sogar eine Kennzeichnung über besonders "schonende" Schlachtmethoden oder "garantiert nicht halal". Bei anderen Tieren (z.B. Thunfischen gibt es ja schon eine ähnliche Kennzeichnung [Delphin-schonender Fang]). Vielen Dank im Voraus für Ihr konsequentes Eintreten für den Tierschutz. Sabsi
  • Alternativen
    von MargotBelyus am 07.04.2012 um 15:48
    Schade, daß Sie - wie auch beim Kinderschuhetest - DIE österreichischen Schuhe Waldviertler nicht dabei hatten. Der Bericht ist gut, rüttelt auf, hinterläßt aber wiedermal zerknirschte Konsumenten mit wenig Möglichkeit zur Vermeidung.
  • danke, super test
    von powerplana am 03.04.2012 um 19:18
    bitte mehr infos wie diese, das finde ich interessanter als ob die digitalkamera xy sehr gut, gut oder durschnittlich ist
  • Wo sind die Waldviertler, Ganter, usw.
    von REDAKTION am 02.04.2012 um 17:46
    Die Untersuchung wurde im Rahmen einer Kooperation mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt, nur große, international bekannte Marken wurden berücksichtigt. Leider können aus Kostengründen nicht alle, für den heimischen Markt interessanten Marken untersucht werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass kleinere Firmen, wie Waldviertler, im direkten Vergleich mit Konzernen unter ihrem Wert abschneiden würden, da sich kleinere Unternehmen in der Regel keine eigene CSR-Abteilung (zuständig für soziale Verantwortung in der Produktion und bei der Beschaffung von Vorprodukten) und eine ausführliche Information der Öffentlichkeit (auf der Homepage oder durch Nachhaltigkeitsreports) leisten könnten. Auch die Beantwortung des umfangreichen Fragebogens ist für kleinere Unternehmen sicher schwieriger zu bewerkstelligen als für einen Konzern. Ihr Konsument-Team