KONSUMENT.AT - Lederschuhhersteller - Ledererzeugung im Dunkeln

Lederschuhhersteller

Blut ist im Schuh

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KONSUMENT 4/2012 veröffentlicht: 27.03.2012, aktualisiert: 26.04.2012

Inhalt

Unabhängige Kontrollen sind selten

Eine systematische Überwachung bleibt auf die erste Wertschöpfungsstufe (die Schuh­erzeugung) beschränkt, nur Timberland und zum Teil Clarks überprüfen auch die Ger­bereien (allerdings nur die Einhaltung der Umweltstandards). Externe, unabhängige Kontrollen haben überhaupt Seltenheitswert. Kickers gibt zwar an, dass solche Überprü­fungen stattfinden, bleibt aber einen Beweis schuldig. Timberland hat ein diesbezügliches Pilotprojekt laufen.

Ledererzeugung im Dunkeln

Deutlich schlechter als um die Umwelt- und Sozialpolitik ist es um die konkreten Schritte zur Verbesserung in der Ledererzeugung bestellt. Vor allem für die Viehzucht sind An­forderungen der Markenartikler noch sehr ungewöhnlich. Einigermaßen fair sind sie bei Timberland und Clarks. Da geht es aber eher um Maßnahmen zur Rettung der ­Regen­wälder, bezüglich Tierschutz kann kein Unternehmen auf besonderes Engagement verweisen, ganz zu schweigen von einer ­kon­sequenten Kontrolle. Nur Clarks zeigt Bemühen: Der britische Hersteller verzichtet großteils auf Rinderhäute aus Indien – wegen der dort branchenüblichen Tierquälerei.

Wenig Transparenz

Schlecht ist es schließlich auch um die Transparenz bestellt, also die Informationsoffenheit. Nur Timberland veröffentlicht regelmäßig Nachhaltigkeitsreports und berichtet auch sehr offen über die Bedingungen in den Zulieferbetrieben.

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Kommentare

  • Zum Thema Schächten
    von Morgenstern am 25.04.2012 um 17:08
    Ich war vor einiger Zeit mit einem Wanderschäfer unterwegs und habe dort das Schächten live erlebt. Es wurde dort nicht aus religiösen Motiven eingesetzt, sondern weil es die schmerzfreieste und sicherste Methode ist, um ein Tier zu schlachten. Die Schafe erleiden innerhalb von Sekunden einen Blutsturz, werden also ohnmächtig, da das Blut aus dem Hirn fließt. Natürlich gibt es auch unter den Schächtern "schwarze Schafe" und als Veganer verwende ich keinerlei Tierprodukte. Aber das Schächten an sich würde ich jederzeit dem Schlachten per Schlachtschußapparat vorziehen, denn dort werden sehr viele Tiere nicht sofort getötet und erleben Dinge wie das Aufhängen auf Haken inkl. dem Brechen der Knochen und Reißen der Sehnen unter dieser Last bei vollem Bewußtsein mit.
  • Schächten
    von Biene7 am 09.04.2012 um 15:24
    Sehr geehrtes Team vom "Konsument". Gratulation zu obigem Artikel. Ein bißchen mehr Kritik hätte ich mir betreffend des Schächtens erwartet, d.h. "Moslems in Indien töten die Rinder", indem sie diese schächten, d.h. bei lebendigem Leib ausbluten lassen. Diese Schlachtpraxis gibt es auch bei uns (zur Produktion von "Halal"-Fleisch). Tierschutz hört bei mir bei - angeblich - religiösen Motiven nicht auf. Bitte mal um eine Untersuchung dieser Schlachtmethoden. Vielleicht gibt es irgendwann einmal sogar eine Kennzeichnung über besonders "schonende" Schlachtmethoden oder "garantiert nicht halal". Bei anderen Tieren (z.B. Thunfischen gibt es ja schon eine ähnliche Kennzeichnung [Delphin-schonender Fang]). Vielen Dank im Voraus für Ihr konsequentes Eintreten für den Tierschutz. Sabsi
  • Alternativen
    von MargotBelyus am 07.04.2012 um 15:48
    Schade, daß Sie - wie auch beim Kinderschuhetest - DIE österreichischen Schuhe Waldviertler nicht dabei hatten. Der Bericht ist gut, rüttelt auf, hinterläßt aber wiedermal zerknirschte Konsumenten mit wenig Möglichkeit zur Vermeidung.
  • danke, super test
    von powerplana am 03.04.2012 um 19:18
    bitte mehr infos wie diese, das finde ich interessanter als ob die digitalkamera xy sehr gut, gut oder durschnittlich ist
  • Wo sind die Waldviertler, Ganter, usw.
    von REDAKTION am 02.04.2012 um 17:46
    Die Untersuchung wurde im Rahmen einer Kooperation mehrerer europäischer Verbraucherorganisationen durchgeführt, nur große, international bekannte Marken wurden berücksichtigt. Leider können aus Kostengründen nicht alle, für den heimischen Markt interessanten Marken untersucht werden. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass kleinere Firmen, wie Waldviertler, im direkten Vergleich mit Konzernen unter ihrem Wert abschneiden würden, da sich kleinere Unternehmen in der Regel keine eigene CSR-Abteilung (zuständig für soziale Verantwortung in der Produktion und bei der Beschaffung von Vorprodukten) und eine ausführliche Information der Öffentlichkeit (auf der Homepage oder durch Nachhaltigkeitsreports) leisten könnten. Auch die Beantwortung des umfangreichen Fragebogens ist für kleinere Unternehmen sicher schwieriger zu bewerkstelligen als für einen Konzern. Ihr Konsument-Team