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Leserbriefe

Konsument 7/1999

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Konsument 7/1999 veröffentlicht: 01.07.1999

Inhalt

Konsument 5/99:
Auslandsüberweisungen

Rückkehr zur Postkutsche 

Unsere Banken sind trotz Einsatz modernster Technologie nicht in der Lage, exakte Beträge zu verbuchen. Dies habe ich bisher mit etwas verärgertem Amüsement beobachtet. Nun ist mir aber folgender Fall bekanntgeworden. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit in Deutschland (Grundstücksübertragung an eine Erbengemeinschaft, bestehend aus einem Deutschen und einer Österreicherin). Damit die Grundstücksübertragung rechtskräftig wurde, war an die zuständige Regierungskasse ein Ablösebetrag zu entrichten; auf die beiden Teile der Erbengemeinschaft entfielen somit x DM und 8 Pfennig. Die Österreicherin zahlte exakt diesen Betrag bei der Raiffeisenbank Wien ein und übernahm natürlich alle Spesen. Bei der Regierungskasse wurden jedoch nur x DM und 7 Pfennig verbucht. Ihr deutscher Partner wurde daraufhin von der Regierungskasse aufgefordert, zur Vermeidung von Fristversäumnissen den Pfennig nachzuzahlen; dadurch erlangte der deutsche Mitbesitzer aber jetzt die Mehrheit in der Erbengemeinschaft.

In Zeiten des Euro ist offenbar die einzige Form, einen exakten Betrag ins Ausland zu überweisen, die Rückkehr zur persönlichen Überreichung unter Ausschaltung der die gemeinsame Währung verwaltenden Banken. Nach dem Motto: Sattelt die Pferde und packt die Dukaten in den Geldbeutel, wir reiten heute nach Deutschland...!? (Die Postkutsche ist außerdem sicher an Ort und Stelle, lange bevor die Banken endlich geregelt haben, wie sie den einen Pfennig korrekt verbuchen.)

Dr. Winfried R. Garscha
Wien

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