KONSUMENT.AT - Merinowolle - Resistentere Schafzüchtungen

Merinowolle

Das Leiden der Lämmer

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KONSUMENT 1/2021 veröffentlicht: 17.12.2020

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Zeit für Veränderung 

2004 verpflichtete sich die australische Wollindustrie dazu, Mulesing bis 2010 zu beenden. Diese Verpflichtung wurde jedoch 2009 zurückgezogen, weil Teile der Industrie der Meinung waren, dass man noch nicht so weit sei. "Damals gab es aber schon Betriebe, die von sich aus das Mulesing beendet haben, indem sie auf resistentere Schafzüchtungen umgestiegen sind", erzählt Rebecca Picallo Gil von der Tierschutz-NGO Vier Pfoten. "Diese Züchtungen haben wenig bis keine Hautfalten und sind daher resistenter gegenüber Parasiten, aber auch extremen Wetterbedingungen."

Eine kürzlich von Vier Pfoten und der Humane Society International (HSI) in Auftrag gegebene Umfrage unter 97 Schafhaltern zeigt, dass es genügend Beispiele von Betrieben gibt, die auf resistentere Schafzüchtungen umgestiegen sind und dadurch auf das Mulesing verzichten können.

Resistentere Schafzüchtungen

"Die Ergebnisse sprechen für sich", sagt Jessica Medcalf, Kampagnenleiterin von Vier Pfoten in Australien. "Während man sich jahrzehntelang Sorgen über die Kosten eines Umstiegs auf Mulesing-frei und den damit verbundenen hohen Zeitaufwand gemacht hat, zeigen Schafhalter im ganzen Land nun, dass es nicht nur machbar, sondern auch finanziell rentabel ist, Mulesing zu beenden und auf resistentere Schafzüchtungen umzusteigen."

Mittlerweise sind es mehr als 3.000 Betriebe in Australien, die diesen Schritt gesetzt haben und damit erfolgreich sind. "Sie empfehlen diesen Umstieg auch weiter, da es das Tierwohl erhöht und wirtschaftliche Vorteile für den Betrieb bringt", sagt Rebecca Picallo Gil. Der Umstieg dauert laut Vier Pfoten drei bis fünf Jahre und löst beide Probleme: Fliegenmadenbefall und Mulesing.

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