KONSUMENT.AT - Olympische Spiele 2016: Mogelpackung - Mit dem Auto zum Sieg

Olympische Spiele 2016: Mogelpackung

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Seite 3 von 9

Nächsten Inhalt anzeigen
veröffentlicht: 17.08.2016, aktualisiert: 24.08.2016

Inhalt

Alles schon dagewesen

Die ersten Medaillen in Gold, Silber und Bronze wurden bei den chaotischen Spielen 1904 in St. Louis (USA) vergeben. Damals war die Goldmedaille noch aus echtem Gold. In der klassisch-griechischen Disziplin des Marathon-Laufes errang sie seinerzeit ein gewisser Fred Lorz (US). Sie wurde ihm jedoch aberkannt, noch bevor die Tochter von Präsident Roosevelt sie ihm ans Leiberl heften konnte. Es wurde bekannt, dass er einen Gutteil der 40-Kilometer-Strecke im Auto zurückgelegt hatte und erst vor dem Ziel ausstieg, um als Gewinner über die Linie zu laufen. Er wurde zeitlebens gesperrt, trat aber schon im Jahr darauf bei den amerikanischen Meisterschaften an – und gewann.

Eiweiß, Strychnin und Brandy

Der Sieg bei den Olympischen Spielen 1904 ging somit an seinen Landsmann Thomas Hicks. Der wiederum war gedopt mit einem Mix aus Strychnin, Eiweiß und französischem Brandy. Das war damals nicht verboten. Auch heute führt Doping mit staatlicher Unterstützung nur zu bescheidenen Konsequenzen.

Trick Nr. 2: positive Schlagworte benutzen

Original-Ton IOC: "..meeting sustainability criteria from extraction to refining, as well as meeting strict environmental and labour laws." Die Medaillen „erfüllen Nachhaltigkeitskriterien vom Abbau bis zur Raffinierung und erfüllen strenge Umwelt- und Arbeitsgesetze“. Vielleicht trifft das zu – prüfen kann es niemand.
Wie es um die Einhaltung der „strengen Umweltgesetze“ bestellt ist, sieht man gelegentlich am Rande der Sportberichterstattung im Fernsehen.

Sehr eindrucksvoll auch in einer Dokumentation der ARD (" Die Sportfalle ", abrufbar auf YouTube), die einen Blick auf die nächsten Groß-Veranstaltungen wirft. Etwa auf die Fußball-WM 2022 in Katar. Dort arbeiten sich manche der 1,7 Millionen ausländischen Arbeiter buchstäblich zu Tode - für 200 Dollar im Monat. Gelten hier die "strengen Arbeitsgesetze" von denen das IOC spricht? Oder die Winter-Spiele 2018 in Südkorea: Dort wird ein großes Naturschutzgebiet geopfert, das zur Zeit der Spiele möglicherweise schneelos sein wird. Werden so "Nachhaltigkeitskriterien“ erfüllt?

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
4 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • @chris 1976
    von NETclub50plus am 17.08.2016 um 20:48
    "Mit dem Sammelbegriff Bronzen werden Legierungen mit mindestens 60 Prozent Kupfer bezeichnet, soweit sie NICHT durch den Hauptlegierungszusatz ZINK den Messingen zuzuordnen sind." Zink ist aber der Hauptlegierungszusatz der "Bronze"medaillen, die nach dieser Definition somit keine Bronze sein dürfte. Sollen wir aber keine größeren Sorgen haben ... :-) (https://de.wikipedia.org/wiki/Bronze#Zinnbronzen)
  • "Bronze-Ehrenzeichen sind aus Messing"
    von chris1976 am 17.08.2016 um 19:00
    Bronze und Messing haben eines gemeinsam, es sind Legierungen, die hauptsächlich aus Kupfer bestehen.