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Olympische Spiele 2016: Mogelpackung

Es ist nicht alles Gold was glänzt

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veröffentlicht: 17.08.2016, aktualisiert: 24.08.2016

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Medaillen und andere Mogelpackungen

Auch im Konsumenten-Alltag finden sich jede Menge Mogelpackungen à la Olympia-Medaillen. Das zeigte nicht zuletzt unsere "Hitparade der Trickser" in KONSUMENT 1/2016 und das Ergebnis unserer Leserumfrage. Mogelpackungen führen bei uns häufig die Hitliste der Beschwerden an. Viele Kunden ärgern sich, dass Packungen teilweise nur halb gefüllt sind. Egal ob bei Cornflakes, Nüssen, Knabberei, Kaffee-Pads, Babynahrung, Reis  oder vielen anderen Produkten: Immer wird mehr vorgegaukelt, als drinnen ist. Und sollten sich die Hersteller von normalen Produkten ein Beispiel an den Medaillen des IOC nehmen, ist der Tag nicht mehr fern, an dem sich überhaupt nichts mehr von der erwarteten Ware in der Packung befindet.

Umweltschutz am Gängelband

"…the ribbons are made from 50 per cent recycled PET", heißt es beim IOC. Die Bänder, an denen die Medaillen am Hals der Athleten baumeln, wurden demnach zur Hälfte aus alten Plastikflaschen hergestellt. Die Idee der Bänder selbst ist noch nicht alt: Mit Einführung der Medaillen 1904 wurden die Auszeichnungen den Sportlern an einem winzigen Schleifchen mit – autsch! -  einer Sicherheitsnadel aufs Trikot geheftet, später in kleinen Schatullen überreicht. Erst 1960 (Rom) hängt man sie ihnen an einer Kette um den Hals, danach meist an Bändern. Heuer sind sie erstmals aus teilweise wiederverwertetem Material gewoben worden. Großen Einfluss auf die Ökobilanz in Brasilien wird das kaum haben, aber es geht um den Symbolwert, die Vorbildwirkung. In Österreich geht es um ein Millionen-Geschäft.

Österreich ist Sieger – bei den höchsten Preisen

Allein die „PET to PET GmbH“ im Burgenland (eine Tochter von Coca-Cola und weiteren namhaften Getränkeherstellern), hat im Vorjahr 800 Millionen Flaschen recycelt (die wir Konsumenten ihnen zukommen haben lassen), 20.000 Tonnen PET. Gut so. Natürlich freut man sich dort „über die stetige steigende Sammelmoral (…) der Österreicher“, wie es in einer Presseaussendung heißt. Denn ohne diese würde das gar nicht funktionieren. Auch die ARA (Altstoff Recycling Austria) freut sich über die kostenlose Mitarbeit: „Wir Österreicherinnen und Österreicher sammeln unseren Abfall getrennt und sind dabei geradezu weltmeisterlich. Niemand sonst trennt so ordentlich und so viel, wie wir das tun.“

Wir fragen: Was hat der Konsument davon, außer einem guten Gewissen?

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Kommentare

  • @chris 1976
    von NETclub50plus am 17.08.2016 um 20:48
    "Mit dem Sammelbegriff Bronzen werden Legierungen mit mindestens 60 Prozent Kupfer bezeichnet, soweit sie NICHT durch den Hauptlegierungszusatz ZINK den Messingen zuzuordnen sind." Zink ist aber der Hauptlegierungszusatz der "Bronze"medaillen, die nach dieser Definition somit keine Bronze sein dürfte. Sollen wir aber keine größeren Sorgen haben ... :-) (https://de.wikipedia.org/wiki/Bronze#Zinnbronzen)
  • "Bronze-Ehrenzeichen sind aus Messing"
    von chris1976 am 17.08.2016 um 19:00
    Bronze und Messing haben eines gemeinsam, es sind Legierungen, die hauptsächlich aus Kupfer bestehen.