KONSUMENT.AT - Olympische Spiele 2016: Mogelpackung - Geschäft mit der Sorge

Olympische Spiele 2016: Mogelpackung

Es ist nicht alles Gold was glänzt

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veröffentlicht: 17.08.2016, aktualisiert: 24.08.2016

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Hersteller und Handel reden uns krank ...

Solche Waren haben ihre Berechtigung – etwa für Menschen, die Milchzucker nicht vertragen, bei denen Gluten oder Fruchtzucker das Bäuchlein rumoren lassen. „Es wird geschätzt, dass ungefähr ein bis zwei Prozent aller Menschen an einer Nahrungsmittelintoleranz leiden“, heißt es auf Wikipedia, „abweichend von dieser Zahl geben bei Befragungen 10 bis 20 Prozent der Menschen an, dass sie selbst denken an Nahrungsmittelintoleranz zu leiden.“ Sogar wenn die höheren Werte stimmen sollten, bleibt: 80 Prozent der als „laktosefrei“ deklarierten Produkte werden von Konsumenten gekauft, die gar keine Laktoseunverträglichkeit haben!

Und „obwohl nur 0,4 Prozent der Bevölkerung an der Glutenunverträglichkeit Zöliakie leiden, greifen mittlerweile neun Prozent der Kunden zu glutenfreien Lebensmitteln“, zitiert das deutsche Handelsblatt eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Nielsen. Entsprechend ist in Deutschland der Umsatz mit glutenfreien Produkten von 2014 auf 2015 um 35 Prozent, jener mit laktosefreien Lebensmitteln um 10 Prozent und der „frei von tierischen Inhaltsstoffen“ vegetarischen oder veganen Waren um 30 Prozent gestiegen. Der Trend dürfte in Österreich ähnlich sein.

… und machen damit mehr Gewinn

So kam bereits 2013 die Marktforschung der Arbeiterkammer Steiermark zum prägnanten Ergebnis:
Produkte aus laktosefreien Produktlinien sind im Durchschnitt um 32,3 Prozent teurer als vergleichbar ‚normale‘ laktosehältige Produkte“. Wichtiger noch:

"Viele Produkte, die von Natur aus (…) laktosearm/-frei sind, tragen eine Kennzeichnung ‚laktosefrei‘.“

Das mag sich mittlerweile geändert haben. Denn die Werbung mit Selbstverständlichkeiten ist nicht mehr gestattet (was nicht zwingend heißt, dass sie nicht mehr betrieben wird).

"Pizzakäse“ wieder in den Regalen

So kommt es beispielsweise, dass sich der vor einigen Jahren für Empörung sorgende "Pizzakäse“ wieder in den Regalen findet. Er bestand nur aus Öl, Wasser und Zusatzstoffen („Analogkäse“), ohne jede Spur von Käse. Heute hat er dieselbe Zusammensetzung, trägt das Pickerl „Frei von Laktose“ und wird mit Preisaufschlag verkauft. 

Und wie sieht die "frei von …“-Argumentation bei den Olympischen Spielen aus?

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Kommentare

  • @chris 1976
    von NETclub50plus am 17.08.2016 um 20:48
    "Mit dem Sammelbegriff Bronzen werden Legierungen mit mindestens 60 Prozent Kupfer bezeichnet, soweit sie NICHT durch den Hauptlegierungszusatz ZINK den Messingen zuzuordnen sind." Zink ist aber der Hauptlegierungszusatz der "Bronze"medaillen, die nach dieser Definition somit keine Bronze sein dürfte. Sollen wir aber keine größeren Sorgen haben ... :-) (https://de.wikipedia.org/wiki/Bronze#Zinnbronzen)
  • "Bronze-Ehrenzeichen sind aus Messing"
    von chris1976 am 17.08.2016 um 19:00
    Bronze und Messing haben eines gemeinsam, es sind Legierungen, die hauptsächlich aus Kupfer bestehen.