KONSUMENT.AT - Reifenhersteller im Ethik-Test - Steckbriefe

Reifenhersteller im Ethik-Test

Dem Gummi auf der Spur

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KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 18.03.2013

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Steckbriefe

Pirelli

Abgesehen von der branchenüblichen Ausklammerung der Kautschukbeschaffung und der mangelnden Transparenz zeigt sich der italienische Hersteller (sehr) engagiert. Großes Verantwortungsbewusstsein auch für seine Lieferanten. Im Sozialbereich noch entwicklungsfähig.

Michelin

Fast gleichauf mit Pirelli punktet die französische Marke mit glaubwürdigem Monitoring der Zulieferer und ehrgeizigen Reduktionszielen für negative Umwelteinflüsse. Wenig ambitionierte Ziele im Personalwesen, Umweltkonflikt in einem indischen Reifenwerk.

Bridgestone

Japanischer Konzern mit ähnlichen Stärken und Schwächen wie das Führungsduo. Gute Grundsätze, engagierte Umweltziele; Ausbildung von Kautschukbauern. Aber eher schwaches Monitoring; kein Einsatz von recycliertem Kautschuk. Konflikt um Kautschukplantage in Liberia.

Nokian

Die Marke aus Finnland hat bereits einen deutlichen Rückstand. Während die Umweltpolitik jener der Branchenleader durchaus ebenbürtig ist, gibt es im Sozialbereich deutliche Schwächen: mangelhafte Umsetzung der Standards. Schwache Nachhaltigkeitsberichte.

Continental

Der Konzern, der der österreichischen Reifenproduktion (Semperit) den Garaus machte, hat sich die heute übliche CSR-Politik zugelegt. Intransparent, reagiert nicht auf Anfragen. Andererseits werden die regelmäßigen Nachhaltigkeitsberichte gelobt.

Hankook

Der hierzulande noch eher unbekannte Konzern aus Südkorea zählt weltweit zu den Top Ten der Reifenbranche. Formal hält er mit den renommierten Marken mit (Abfallrecycling, klimafreundliche Energie). Seine Umwelt- und Sozialberichte gehören zu den besten.

Apollo-Vredestein

Seit 2009 sind die Niederländer ein Tochterbetrieb des führenden indischen Reifenherstellers Apollo. Auf der Positivseite stehen: Einsatz umweltverträglicher Materialien, Minimierung der Transportbewegungen, Abfallmanagement. Mängel vor allem in der Kontrolle.

Goodyear

Grundsätze und Standards des US-Konzerns sind sowohl im Umwelt- als auch im Sozialbereich recht engagiert (Menschenrechtspolitik, Chemikalien- und Energiemanagement). Bei der Kontrolle gibt es allerdings deutliche Schwächen.

Yokohama

Formal ganz gute Politik, aber sehr mangelhafte Kontrolle. Auskunft verweigert, Berichtswesen entspricht nicht internationalen Standards.

Kumho

Bereits deutlich abgeschlagen. Viele Lücken, kein aktueller Umwelt- und Sozialbericht verfügbar. Auskunft kommentarlos verweigert.

GT Radial

Laut eigenen Angaben weltweit neuntgrößter Produzent mit Werken hauptsächlich in China und Indonesien. Auskunft aus Unternehmensinteresse abgelehnt.

Nexen

Der dritte Konzern aus Südkorea bildet mit GT Radial das Schlusslicht. Keine Reaktion auf die Anfrage, nur dürre Informationen verfügbar.

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