KONSUMENT.AT - Textilien und Nachhaltigkeit - Abkommen für sichere Arbeitsplätze

Textilien und Nachhaltigkeit

Faire Kleidung gesucht

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KONSUMENT 11/2013 veröffentlicht: 24.10.2013

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Wegweisendes Abkommen

Nach dem Einsturz der Textilfabrik in Savar kam Bewegung in die Bekleidungsbranche. 70 Unternehmen, darunter Textilriesen wie H&M, C&A, Benetton, aber auch Handels­ketten wie Tchibo, Hofer oder Rewe, unterschrieben im Juni dieses Jahres ein Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz. Andere wie die US-amerikanischen Konzerne Gap und Walmart und die europäischen ­Unternehmen Charles Vögele und Tally Weijl verweigerten die Teilnahme.

Unternehmen werden an Sanierungs-Kosten beteiligt

"Das Abkommen ist zweifellos ein Meilenstein für die bangladeschische Bekleidungsindustrie", so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne. "Die Firmen unterzeichnen damit ein transparentes, rechtlich bindendes Abkommen, das die lokalen Gewerkschaften einbindet und die Unternehmen finanziell an den Sanierungen der Fabriken beteiligt."

Verpflichtende Repara­turen und Sicherheitsinspektionen

Das Abkommen umfasst unabhängige Sicherheitsinspektionen, verpflichtende Repara­turen und Renovierungen, die Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen mit den Fabriken zu beenden, wenn diese notwendige Sicherheitsmaßnahmen ablehnen, sowie die Involvierung der betroffenen Arbeitskräfte und Gewerkschaften. Ein Kernstück des Abkommens ist die Kostenbeteiligung: Die Unter­nehmen verpflichten sich dazu, für Instandhaltungskosten in ihren Zulieferbetrieben aufzukommen und damit die Arbeitsplätze sicherer zu machen.

Gefährliche Arbeit kann verweigert werden

Das Abkommen garantiert den Arbeitern auch das Recht, gefähr­liche Arbeit zu verweigern, wie es die Kon­vention 155 der ILO (International Labour ­Organization) vorsieht. Die Clean Clothes Kampagne übernimmt eine Beobachterrolle.

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