KONSUMENT.AT - Urlaub ohne Sorgen: Reisepannen bei Pauschalreisen - Was ist nach der Rückkehr zu tun?

Urlaub ohne Sorgen: Reisepannen bei Pauschalreisen

Der Veranstalter steht in der Pflicht

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KONSUMENT 7/2017 veröffentlicht: 29.06.2017

Inhalt

Kann ich den Urlaub auch abbrechen und Geld zurückverlangen?
Liegen gravierende Mängel vor, bei deren Kenntnis Sie die Reise nie gebucht hätten (z.B. Felsküste statt Sandstrand), dann könnten Sie die Reise theoretisch auch abbrechen und die Rückzahlung des Reisepreises sowie den Ersatz Ihrer Mehraufwendungen aus dem Titel des verlangen. Aber auch dann, wenn wesentliche Mängel nach Ihrer Rüge vom Veranstalter nicht abgestellt werden, könnten Sie zur Selbsthilfe greifen und zum Beispiel vom zugewiesenen Hotel, das nicht der vereinbarten Kategorie entspricht, in eines der gebuchten Klasse übersiedeln. Sie müssen aber im von Ihnen vor Ort gebuchten Hotel die Rechnung zunächst selbst bezahlen und können erst nach der Rückkehr versuchen, diese Kosten vom Veranstalter – vorausgesetzt, diesen trifft ein Verschulden – zurückzufordern. Weigert sich dieser, zu zahlen, dann kann aber auch eine – kostspielige – gerichtliche Rechtsdurchsetzung notwendig werden. Ein solches Vorgehen setzt starke Nerven, Geduld und Risikobereitschaft voraus.

Was ist nach der Rückkehr zu tun?
Nach der Rückkehr sollten Sie Ansprüche aus einer mangelhaften Reiseleistung grundsätzlich so rasch wie möglich mit eingeschriebenem Brief gegenüber dem Reiseveranstalter (nicht dem Reisebüro) geltend machen. Gewährleistungsansprüche (Preisminderung) müssen Sie spätestens zwei Jahre nach Ihrer Rückkehr gerichtlich geltend machen, wenn keine außergerichtliche Lösung erzielbar war. Nach deutschem Recht müssen die Mängel allerdings bereits binnen einem Monat nach Rückkehr schriftlich geltend gemacht werden.

Muss ich einen Gutschein akzeptieren?
Sowohl bei Preisminderung als auch bei Schadenersatz haben Sie Anspruch auf Kostenrückerstattung bzw. Geldleistung. Sie brauchen sich nicht mit einem Gutschein abspeisen zu lassen.

Bei Insolvenz abgesichert
Für Pauschalreiseveranstalter ist zudem eine Insolvenzabsicherung Pflicht. Geht der Veranstalter in Konkurs, erhalten Sie für die Reise geleistete Anzahlungen zurück. Wurde die Reise bereits angetreten, werden Sie vom Urlaubsort zurückgeholt. Haben Sie sich für eine Individualreise entschieden und geht die Airline Pleite, werden Sie sich selbst um ein Ersatzticket kümmern müssen. Fluglinien und Hotels sind nicht zur Insolvenzabsicherung verpflichtet. Rückzahlungsforderungen könnten nur in einem Insolvenzverfahren bei Gericht angemeldet werden, wobei unklar ist, ob bzw. wie viel man zurückerhält.

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