KONSUMENT.AT - Verpackungsärger mit Mogelpackungen - Verpackung, die Käufer gezielt in die Irre führen

Verpackungsärger mit Mogelpackungen

Luft-Geschäfte

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KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012, aktualisiert: 21.02.2013

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Verpackungen, die Käufer gezielt in die Irre führen

Was passiert, wenn es keine Beschränkungen gibt, zeigt die Entwicklung der letzten Jahre. Immer öfter kommen uns Verpackungen unter, die Käufer gezielt in die Irre führen. Am beliebtesten ist: Die Verpackung bleibt unverändert, dafür steckt aber weniger drin. Oder: Bei gleichbleibender Füll­menge wird die Verpackung größer und gleich auch teurer. Ein Klassiker ist auch, so zu tun, als bekämen die Kunden etwas geschenkt. Am besten gehen Behauptungen wie „2 zum Preis von 1“ oder "25 Prozent mehr Inhalt“ – schon schlägt in den Gehirnen der meisten Konsumenten das Rabatt-Gen zu. Mitunter kommt man später drauf, dass das vermeintliche Schnäppchen gar ­keines ist, weil es preismäßig keinen oder kaum einen Unterschied zwischen dem „Fast-gratis“-Produkt und dem regulären im Regal ein paar Meter weiter gibt.

"Technologische Notwendigkeit“?

Argumente, oder besser: Ausreden, warum der Verpackungsinhalt häufig nicht den Verbrauchererwartungen entspricht, gibt es ­viele. Immerhin verlangt eine österreichische Richt­linie, dass zur Abfallvermeidung der Ver­packungsanteil so gering wie möglich gehalten werden soll. Dem stehen leider beispielsweise bei den Frühstückszerealien viele ­"technologische Notwendigkeiten" entgegen, sagen die Hersteller.

"Luftpolster schützt Produkt vor Beschädigung"

Highspeed-An­lagen ­füllen in rasender Geschwindigkeit Kunst­stoffbeutel und passen sie ruck, zuck in Überkartons ein. Damit verbleibt zwangsläufig Luft im Plastiksackerl, natürlich zum Wohle des Kunden, weil der Luftpolster das Produkt vor Beschädigungen schützt. Auch die im Verhältnis überdimen­sionierten Kartons sind ein reiner Segen, weil viele verschiedene Produkte eingefüllt werden können, was die Auswahl für die Kunden wunderbar vergrößert.

Paletten ­optimal ­befüllen, Auslieferungen reduzieren

Mit solchen Schachteln kann man die Paletten ­optimal ­befüllen und damit lässt sich die Zahl der Auslieferungen reduzieren. Und die Verpackungen müssen ­eine bestimmte Größe aufweisen, damit jeder Käufer sie bequem mit ­einer Hand nehmen kann. Außerdem sorgt mehr Fläche für besser lesbare Texte, vorausgesetzt, der dafür vor­gesehene Platz wird nicht für Wichtigeres ­gebraucht. Na dann ...

Schutzgas, um die Haltbarkeit zu verlängern

Darüber hinaus, wird vonseiten der Industrie immer wieder argumentiert, muss eine Verpackung manchmal Luft oder Schutzgas enthalten, um etwa die Haltbarkeit des Produktes zu verlängern. Und dann gibt es erstens die auf der Verpackung aufgedruckte Nettofüllmenge und zweitens die Grundpreisauszeichnung am Regal. Wozu also die Aufregung?

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Kommentare

  • Mogelpackung bei Zahnpastatuben
    von thoma am 29.11.2017 um 09:53
    Meine Familie bevorzugt die Zahnpasta von Paradontax. Letztens viel mir auf, dass in den Tuben von 12 cm der Inhalt von 4cm fehlt. Da es sich hier um eine hochpreisige Zahnpaste handelt, war ich doch verärgert. Die Tube enthält 75 ml Inhalt, es würden sich sicher auch 100 ml Inhalt ausgehen. Renate Thoma
  • Spar Splendid Colorwaschmittel
    von bertlka am 17.10.2017 um 18:55
    Packung Plastiksack vorher 2,025 kg, jetzt außen Karton mit 1,65 kg. Kurios vorherige Anweisung 2,025 kg reichen für 30 Waschgänge, jetzt 1,65 kg reichen auch für 30, obwohl höhere Dosierung! z.B. 45ml- jetzt 55ml bei 4-5 kg Beladung.
  • Mogelpackungen
    von NeuesLeben am 04.09.2015 um 09:53
    Hallo, Bei Somat Geschirrspül-Tabs, Multi 10, XL Vorteils-Pack, Testsieger Multifunktionstabs sind vom Schüttgut bis zur oberen Kartonkante 7cm Luft, das sind 1/3 Verpackungs-Luft. Ein Danke für diese Verschwendung an den Testsieger
  • Mogelpackungen
    von SaintGinny21 am 19.01.2013 um 22:05
    Jaja, wer ärgert sich denn nicht tagtäglich über die "zu Bruch gehenden" Frühstücksflocken und Reiskörner...? -.-"
  • Mogelpackungen: viel Verpackung - wenig Inhalt
    von LoidlRoith am 14.01.2013 um 11:53
    Nicht nur Lebensmittel u. Kosmetika werden in Mogelpackungen verkauft, sondern auch Medikamente. Ein Stift zur Bekämpfung von Nagelpilz, war in einer 12,5 x 7,5 x 2,7 cm großen Schachtel. Der Stift beansprucht 2,5 cm der Verpackung, das restliche Fach von sage u. schreibe 5,00 cm beinhaltet nur den Beipackzettel. Als Beweis hätte ich Fotos. Den Markennamen habe ich mit Absicht weggelassen.