KONSUMENT.AT - Verpackungsärger mit Mogelpackungen - Computertomograph durchleuchtet Packungen

Verpackungsärger mit Mogelpackungen

Luft-Geschäfte

Seite 3 von 9

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 1/2013 veröffentlicht: 27.12.2012, aktualisiert: 21.02.2013

Inhalt

Ja, manchmal ist Luft in einer Verpackung ­nötig. Dann bitte aber so, dass dieser „Luftraum“ für Kunden auch einsehbar ist. Und ja, die Nettofüllmenge gibt es auch. Nur: Unter einem Liter oder einem Kilo können sich die meisten noch etwas vorstellen. Bei 355 oder 245 Gramm wird es mit Sicherheit ziemlich schwierig.

Grundpreisauszeichnung hilft kaum

Hier springt die Grundpreisauszeichnung ein. Sie soll den Konsumenten den Preisvergleich zwischen Waren in unterschied­lichen Packungsgrößen ermöglichen. Das tut sie in der Regel auch – vorausgesetzt, man kann sich, vor dem Regal hin und her pendelnd, die einzelnen Preise tatsächlich merken, was angesichts der akustischen Dauer­beschallung in Supermarktfilialen keine ein­fache Übung ist. Dazu kommt: Bei Lebens­mitteln bezieht sich der Grundpreis nicht nur auf Maßeinheiten wie 1 Liter oder 1 Kilogramm. Er kann auch in 100 Gramm oder 100 Milli­litern daherkommen. Gebäck, Eier, Grapefruits, Zitronen, Kiwis und Paprika können pro Stück verkauft werden.

Bier: Grundpreis auf 0,5 l bezogen

Bei Bier bezieht sich der Grundpreis auf 0,5 Liter. Bei Produkten in einer Aufgussflüssigkeit wie etwa Kon­serven ist das ­Abtropfgewicht entscheidend. Und dann gibt es noch jede Menge Produkte, die von der Grundpreisauszeichnung überhaupt aus­genommen sind: Qualitätswein, Konditor­waren, Gewürze und Kräuter bzw. Mischungen da­raus, Tee in Teebeuteln, Spirituosen in Kleinpackungen, Speiseeis-Einzelverpackungen, auch in Überverpackungen usw.

Wie getrickst wird 

Tatsache ist: Es wird Kunden nicht gerade leicht gemacht, herauszufinden, wie viel sie für ihr Geld bekommen. Möglichkeiten, mehr Inhalt vorzutäuschen, gibt es viele. Und sie werden flächendeckend genutzt. Jede Marketing­abteilung weiß, dass die Größe der Verpackung massiven Einfluss auf das Kaufverhalten der Konsumenten hat. Also werden Säcke mit Luft aufgepumpt, damit sich ihre Füllmenge nicht mehr ertasten lässt. Beutel versteckten sich in Überkartons. Ein Sichtfenster wird so angebracht, dass die Verpackung immer randvoll aussieht. Bei den meisten Gläsern und Flaschen kann ­niemand mehr durchschauen.

128-Schicht 3D Computertomographen

Niemand? Nun, wir haben durchgeschaut, und zwar mithilfe eines 128-Schicht 3D Computertomographen. Ein großes Wiener Röntgeninstitut führte für uns das hochauflösende Schichtröntgen durch. Dafür wurden insgesamt 31 Produkte eingekauft. Viele davon waren bereits KONSUMENT-Lesern negativ aufgefallen. Herausgekommen sind glasklare Bilder, die eindrucksvoll zeigen, wie wenig Inhalt in manchen Verpackungen steckt. Am besten, Sie machen sich selbst ein Bild!

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
23 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Mogelpackung bei Zahnpastatuben
    von thoma am 29.11.2017 um 09:53
    Meine Familie bevorzugt die Zahnpasta von Paradontax. Letztens viel mir auf, dass in den Tuben von 12 cm der Inhalt von 4cm fehlt. Da es sich hier um eine hochpreisige Zahnpaste handelt, war ich doch verärgert. Die Tube enthält 75 ml Inhalt, es würden sich sicher auch 100 ml Inhalt ausgehen. Renate Thoma
  • Spar Splendid Colorwaschmittel
    von kalinarobert am 17.10.2017 um 18:55
    Packung Plastiksack vorher 2,025 kg, jetzt außen Karton mit 1,65 kg. Kurios vorherige Anweisung 2,025 kg reichen für 30 Waschgänge, jetzt 1,65 kg reichen auch für 30, obwohl höhere Dosierung! z.B. 45ml- jetzt 55ml bei 4-5 kg Beladung.
  • Mogelpackungen
    von NeuesLeben am 04.09.2015 um 09:53
    Hallo, Bei Somat Geschirrspül-Tabs, Multi 10, XL Vorteils-Pack, Testsieger Multifunktionstabs sind vom Schüttgut bis zur oberen Kartonkante 7cm Luft, das sind 1/3 Verpackungs-Luft. Ein Danke für diese Verschwendung an den Testsieger
  • Mogelpackungen
    von SaintGinny21 am 19.01.2013 um 22:05
    Jaja, wer ärgert sich denn nicht tagtäglich über die "zu Bruch gehenden" Frühstücksflocken und Reiskörner...? -.-"
  • Mogelpackungen: viel Verpackung - wenig Inhalt
    von LoidlRoith am 14.01.2013 um 11:53
    Nicht nur Lebensmittel u. Kosmetika werden in Mogelpackungen verkauft, sondern auch Medikamente. Ein Stift zur Bekämpfung von Nagelpilz, war in einer 12,5 x 7,5 x 2,7 cm großen Schachtel. Der Stift beansprucht 2,5 cm der Verpackung, das restliche Fach von sage u. schreibe 5,00 cm beinhaltet nur den Beipackzettel. Als Beweis hätte ich Fotos. Den Markennamen habe ich mit Absicht weggelassen.