Wegwerfkleidung

Tonne statt Schneider und Schuster

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KONSUMENT 3/2016 veröffentlicht: 25.02.2016

Inhalt

Mode wird immer mehr zum Wegwerfartikel, kritisiert Greenpeace Deutschland anlässlich einer in Auftrag gegebenen Studie. Demnach trägt jeder Deutsche seine Schuhe weniger als ein Jahr. Auch Kleidung wird rasch aussortiert. Die Hälfte der Befragten hat noch nie Kleidung zum Schneider gebracht. Unter den Jugendlichen (18 bis 29 Jahre) war die Hälfte noch nie beim Schuster.

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Kommentare

  • Reparatur verunmöglicht
    von 0809brigitte am 10.03.2016 um 14:39
    Ich trage noch sehr häufig Kleidung - oft auch ertauschte oder weitergegebene Kleidung - zum Schneider, um sie reparieren oder anpassen zu lassen. Auch mit dem Schuster bin ich auf "Du und Du" - wohlwissend, dass ich hiermit in meinem Altersfeld (25 - 30) ziemlich alliene dastehe. Vermutlich hat hier eine frühkindliche Prägung durch meinen Opa, einen Schuster, nur Positives bewirkt. Leider wird Kleidung inzwischen auch im mittleren bis gehobenen Preissegment häufig nur noch in miserabler Qualität angeboten, sodass der Stoff selbst bereits zu ramponiert aussieht, um ein gemochtes Stück noch länger (öffentlich) zu tragen, und auch in einen Schneider zu investieren. Bei Schuhen missfällt mir der starke Trend zu geklebten Gummisohlen: da ich fast ausschließlich fußfreundliche Lederschuhe mit Fußbett kaufe, diese aber häufig mit Sohlen ausgestattet sind, die vom Schuster nicht getauscht werden können, kann ich mich nur an den Hersteller wenden. Wenn ich Glück habe (bei europäischen und vor allem österr. Firmen noch häufiger) DARF ich sie einsenden. Hier möchte ich die Marke New Rocks erwähnen, die besonders für Metal- und Gothic-Fans sehr hochwertige Lederschuhe anbietet. Diese sind mit sehr zahlreichen auffälligen Ziernieten udgl. ausgestattet - und der Hersteller verspricht, für jede einzelne Komponente Ersatzteile bereit zu halten, diese entweder selbst wieder anzubringen oder (da Firmensitz in Spanien), diese zur Schuster-Reparatur vor Ort auch zuzusenden. Das ist leider aber auch die einzige Firma, von der ich derartiges gehört habe.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo