Werbung: Billa, Obi, Eybl, Kika, Lutz

Foul am Kunden

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KONSUMENT 5/2011 veröffentlicht: 19.04.2011

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Seit über zehn Jahren bekämpft der VKI dreiste oder aggressive Werbesprüche vor Gericht. An Nachschub herrscht kein Mangel. - Wenn Ihnen solche Praktiken untergekommen sind, schreiben Sie an leserbriefe@ konsument.at.

Die groß angekündigte Sonderaktion war im Geschäft plötzlich einem bestimmten Kundenkreis vorbehalten? Der in einem Prospekt angegebene niedrige Preis für die Lederjacke entpuppte sich, als Sie bei diesem Schnäppchen zuschlagen wollten, als wesentlich höher? Obwohl irreführende Werbung nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) verboten ist, versprechen werbende Unternehmen oft wesentlich mehr, als sie in der Realität halten.

Der VKI bekämpft nun bereits seit über zehn Jahren irreführende Werbung und brachte im Zuge dessen über 200 Klagen bei Gericht ein. In rund 95 Prozent der Fälle bedeutetet es das Aus für die beanstandeten Werbeaussagen. Sie wurden nach unserem Einbringen der Klage auf Unterlassung von den Unternehmen teils freiwillig eingestellt, teils wurden die Werbeaussagen gerichtlich untersagt. Wir haben zuletzt in KONSUMENT 11/2010 darüber berichtet. Was hat sich seither getan?

Nur mit Kundenkarte billiger

Den gegen Billa wegen irreführender Bewerbung der Aktion "Satte Rabatte“ geführten Prozess (wir haben diesen Fall bereits im vergangenen November vorgestellt) hat der VKI mittlerweile rechtskräftig gewonnen. Billa hatte unter anderem in TV- und Radiospots "Minus 25 % auf alle Getränke, ausgenommen Heißgetränke, Molkerei- und Clever- Produkte" angepriesen. Dass dieses Angebot nur für Billa-Vorteilsclub-Mitglieder galt, wurde in den Radiospots nicht erwähnt. In der Fernsehwerbung war der entsprechende Hinweis nicht leserlich.

Der VKI klagte im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums und gewann diesen Prozess gegen Billa auch in zweiter Instanz.

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Kommentare

  • Konsumententäuschung?
    von PeterBaum am 08.07.2018 um 16:26
    Im Rahmen der "Internationalen Wirtschaftsfilmtage" wurde der FunderMax-Film am 17. Mai in der Kategorie Informationsfilme, mit dem Prix Victoria in Silber prämiert. Nicht alle im Film veröffentlichen Informationen halten jedoch einer kritischen Überprüfung stand. Zum Beispiel wird erklärt „…unser Kraftwerk liefert Energie aus Holz für unsere eigenen Anlagen…“. Grafisch wird dargestellt, dass 85 % der Heizstoffmenge aus Biomasse und 15 % aus fossilen Stoffen bestehen. Das ist falsch, denn FunderMax ist rechtlich gesehen eine "Mitverbrennungsanlage" und kann als solche auch Sondermüll verbrennen - FunderMax tut das auch mit nicht unwesentlichen Mengen. Ich habe daher den Organisator des Filmpreises (KR Alexander V. Kammel)gefragt, welche Kriterien an einen Informationsfilm gestellt werden, damit er diese hohe Auszeichnung bekommen kann. Die Antwort lautete, der Veranstalter ist nicht in der Lage, die eingereichten Arbeiten inhaltlich zu überprüfen. Es werden lediglich kreative Aspekte berücksichtigt. Für mich als Konsument stellt sich somit einerseits die Frage, ob ein ausgezeichneter Informationsfilm mit überprüfbar falschen Informationen eine Konsumententäuschung ist und welchen Wert die Auszeichnungen von (immerhin) Qualityaustria überhaupt haben?
    Peter Baumgartner
  • Korrektur
    von REDAKTION am 10.05.2011 um 15:15
    Sie haben Recht vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben die Formulierung korrigiert. Ihr Konsument-Team
  • käuflich erwerben vers. kaufen müssen
    von blazsicsch am 04.05.2011 um 16:21
    Sg. Redaktion! In obigem Artikel schreiben sie u.a.: "Die Aufkleber konnte man auch käuflich erwerben, das dazugehörige Sammelalbum hingegen musste gekauft werden..." Da ich weder über ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der angewandten Germanistik verfüge, noch aktiv schreibender Redakteur bei "Konsument" bin, meine Bitte: Könnten Sie mir bitte den Unterschied ihrer o. z. Aussage erläutern. Mit vorzüglicher Hochachtung
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo