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Grüne Idylle

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Konsument 7/2004 veröffentlicht: 16.06.2004

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Bilder zeigen grüne Idyllen

Aber auch hierzulande wird den Konsumenten gerne suggeriert, Produkte würden besonders umweltverträglich oder nachhaltig hergestellt, obwohl sie sich überhaupt nicht von herkömmlichen Erzeugnissen unterscheiden. Konkrete Behauptungen werden dabei in der Regel vermieden, in Worten, Bildern oder Logos wird jedoch ein „grüner“ Eindruck vermittelt.

Traditionelle Landwirtschaft

Verbreitete Unsitte ist die Darstellung einer intakten Natur und/oder einer traditionellen Landwirtschaft, die bei den Menschen völlig falsche Vorstellungen über die heutigen Bedingungen der Massenproduktion nährt. Gerne werden Bauernhöfe in einer idyllischen Landschaft abgebildet, die es in dieser Form bestenfalls in Freilichtmuseen zu sehen gibt. Den Karton der Haltbar-Vollmilch der Lidl-Eigenmarke Milbona ziert eine Blumenwiese mit weidenden Kühen und Bauersleuten mit traditionellem Werkzeug: Sense und Heurechen.

Auch das Getreide wird, so scheint’s, noch mit der Hand geschnitten und zu Garben zusammengebunden (Landgut-Roggenbrot, Lidl). Und die „sonnengereifte“ Gerste für den Kathreiner Kneipp Malzkaffee (Nestlé) wird im Pferdefuhrwerk durch die Landschaft gekarrt.

Romantisch verklärte Vergangenheit

Diese Bilder, so wird im CI-Bericht kritisiert, rufen die Erinnerung an eine romantisch verklärte Vergangenheit wach, als die Zeiten noch besser waren. Es ist klar, dass der Massenbedarf an Konsumgütern mit damaligen Produktionsmethoden nicht gedeckt werden könnte. Auch solche Darstellungen sind laut dem Verbraucherdachverband als irreführend zu bewerten, auch wenn sie rechtlich unangreifbar sein mögen.

88 Prozent der Kühe im Anbindestall

Kühe, aber auch Schweine, werden gerne auf der grünen Wiese dargestellt. Doch der Anteil der Freilandhaltung ist auch in Österreich denkbar gering. Der Anteil der Milchkühe, die im Anbindestall gehalten werden, beträgt laut Grünem Bericht 2002 rund 88 Prozent.

„Das ist Heimat“ lautet der Slogan auf den Produkten der ADEG-Gruppe. Auch nichtssagende Aussagen wie diese können Konsumenten einen zusätzlichen Nutzen suggerieren, der sie animiert, einen höheren Preis zu zahlen.
Jogurt natur ist die geläufige Bezeichnung für Jogurt ohne Zugabe von Früchten. Wenn aber das Wörtchen „Natur“ aus einer saftig grünen Bergwiese hervorstrahlt, dann kriegt es eine andere Bedeutung – ob das von Hersteller Emmi wirklich nicht beabsichtigt war?!

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