KONSUMENT.AT - Werbung: unlautere Geschäftspraktiken - Kika, Leiner, Billa

Werbung: unlautere Geschäftspraktiken

Werbeschmähs vor Gericht

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Konsument 11/2010 veröffentlicht: 18.10.2010

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Kika und Leiner: null Prozent Zinsen

Beide Möbelhäuser warben mit Zinsaktionen, zum Beispiel "4 Jahre – 0 % Zinsen". Leider stimmte das so nicht, weil durchaus Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren anfielen, die einem effektiven Jahreszinssatz von bis zu 5,02 Prozent ent­sprechen konnten. Der Fall ging bis zum Obersten Gerichtshof, der diese Finanzierungsangebote für irreführend und unzulässig erklärte und unseren Klagen auf ­Unterlassung stattgab. Derzeit steht übrigens ein ähnlich gelagerter Fall an: das "Null-Prozent-Leasing" des Autoherstellers Citroën.

Billa nicht für alle billiger

"Minus 25 % auf alle Getränke, ausge­nommen Clever-Produkte" – so warb Billa in TV- und Radiospots für seine Aktion "Satte Rabatte". Was nicht dazugesagt wurde: Dieses Angebot gilt nur für Vorteilsclub-Kunden der Lebensmittelkette. Der VKI klagte im Auftrag des Konsumentenschutz-Ministeriums. Dieses Verfahren hat der VKI in erster Instanz noch nicht rechtskräftig gewonnen.

Das war keineswegs unser erstes Zusam‑ mentreffen mit dem Lebensmittel-Giganten: Schon vor einigen Jahren mussten wir auf Unterlassung klagen, da unter dem Motto "frisch-saftig-steirisch" sogenannte Kinderäpfel angepriesen wurden – die in Wahrheit aber aus Brasilien kamen (und – nicht Gegenstand der Klage – noch dazu erhöhte Pestizidrückstände aufwiesen). Im Vergleich dazu war das Fehlen von Vanilleschoten in der "Clever Vanille feinste Eiscreme" noch harmlos: Nach Abmahnung durch den VKI stellte Billa die Verpackung um, auf der bis zu diesem Zeitpunkt zwei Vanilleschoten den Eindruck erweckt ­hatten, es sei im Vanille-Eis auch tatsächlich echte Vanille enthalten.

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