KONSUMENT.AT - Wettbüros: kein Jugendschutz - 80 Prozent illegal

Wettbüros: kein Jugendschutz

Faule Wetten

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Konsument 6/2010 veröffentlicht: 18.05.2010, aktualisiert: 19.05.2010

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80 Prozent illegal

Das Ergebnis unseres Tests zeigt ganz klar ein anderes Bild: In 12 der insgesamt 15 Wettbüros konnten die Jugendlichen problemlos ihre Wetten abschließen. In keinem dieser Lokale wurde eine Ausweiskontrolle vorgenommen.

Selbst die Frage nach der Volljährigkeit wurde nur ein einziges Mal (Sportwetten Pirker) gestellt – wie es scheint alibihalber. Als Antwort gab einer der Jugendlichen wahrheitsgemäß an, erst 17 zu sein. Als der andere (ebenfalls 17-jährige) behauptete, er sei 18, schlug der Lokalbetreiber pikanterweise vor, der Jüngere solle seine Wette doch vom Älteren platzieren lassen, was auch geschah.

Sorglos und Fahrlässig

Wie sorglos die Lokalbetreiber vorgehen, zeigt auch eine anderes Erlebnis, von dem unsere Tester berichten. In einem Wettbüro trafen sie Polizisten in Uniform an. Sie warteten vor der Tür, bis die Ordnungshüter das Lokal verlassen hatten und platzierten unmittelbar danach ihre Wetten. Diese wurden anstandslos und ohne Kontrolle entgegengenommen, obwohl die Gefahr bestand, dass die Polizisten unsere jugendlichen Testpersonen registriert hatten und zurückkehren könnten.

Drei Lokale gesetzeskonform

Nur in drei Wettbüros (Cashpoint/Südtiroler Platz 9, Admiral/Favoritenstraße 67 und Wettpunkt/Humboldtgasse 42) verhielten sich die Betreiber gesetzeskonform.

Sie fragten nach dem Alter, verlangten die Ausweise und verweigerten, nachdem unsere Tester angaben, diese nicht mit dabei zu haben, die Annahme der Wetten. Außerdem verwiesen sie die Jugendlichen korrekterweise des Lokals.

„Einstiegsdroge“ Fußballwette

 Fazit unseres Tests: In 80 Prozent der Wettbüros wird der Jugendschutz missachtet, Minderjährige können ungehindert ihre Einsätze platzieren. Eine Kontrolle findet nicht statt. Aus unserer Sicht vor allem deshalb ein unhaltbarer Zustand, da gerade Fußballwetten in Fachkreisen als „Einstiegsdroge“ in die Spielsucht gelten.

Dass der Jugendschutz allgemein missachtet wird, belegen auch die Zahlen der Spielsuchthilfe in Wien. Demnach liegt das Einstiegsalter von 40 Prozent der Spielsüchtigen bei unter 18 Jahren.

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